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Zeitzeugenberichte









Selbstverlag 294 Seiten
Zu beziehen beim Autor.


Am 23. August 1944 wechselte Rumänien die Fronten und wurde sowjetischer Verbündeter. Alle Deutschen wurden zu Kollaborateuren Hitler-Deutschlands und zu Faschisten erklärt, die man entrechtete und der Willkür des Pöbels auslieferte.

Das Interesse am von mir im Eigenverlag herausgebrachten Buch “Zwangsarbeit in Rumänien 1950 – 1961 Oral History“ hat mich veranlasst, einen Aufruf in die Zeitungen der Rumäniendeutschen zu setzen, in dem ich eine Plattform anbot, Erlebnisse aus den Jahren 1943 - 1953 zu publizieren.

Das Festhalten und Veröffentlichen der Ereignisse dieser Jahre ist besonders wichtig, da sie eine europäische, Jahrhunderte alte Kultur so erschütterte, dass, als sich nach einem halben Jahrhundert die Möglichkeit bot, über 90 Prozent der Deutschen Rumäniens ihre Heimat verließen.

Es kommt die Zeit, wo unsere Nachkommen sich die Frage stellen werden: Wie kam es dazu, dass unsere Vorfahren nach fast 900 Jahren ihre dortige Heimat aufgegeben haben und in ihre Urheimat zurückgekehrt sind? Einen Einblick in diese Zeit habe ich hiermit, als einer aus der Erlebnisgeneration, in Form von Oral History festgehalten. Dieses ist berichtete Geschichte ohne Eingriff von Geschichtswissenschaftlern. Es ist ein Spiegelbild, welches nicht durch den Trend der Zeit beeinflusst wurde.

35 von den eingesandten Aussagen habe ich in dieses Buch übernommen, sie geben einen Einblick in diese Zeit.

Möge dieses Buch zur Information über diese Jahre dienen, wenn man uns nicht mehr fragen kann.

Die Zeitzeugenberichte beinhalten:
- die Einreihung rumänischer Staatsbürger deutscher Volkszugehörigkeit zur Waffen-SS, 1943
- das Abkommen zwischen der Reichsregierung und der rumänischen Regierung hinsichtlich der Einreihung deutscher Volkszugehöriger in die Waffen-SS, 1943
- Tagebücher aus der Zeit um den 23. August 1944
- Hilfeleistung an versprengten deutschen Soldaten
- Flucht der deutschen Zivilbevölkerung aus Siebenbürgen und dem Banat vor der heranrückenden Front. Die dramatische Heimkehr vieler Flüchtlinge.
- die Deportation unserer Landsleute in den sowjetischen Gulag. Schicksale
- die Zwangsenteignung von Hab und Gut der deutschen Bevölkerung
- das Leben der Deutschen in Rumänien in den Nachkriegsjahren
- die Verschleppung der Banater Landsleute in die Baragansteppe unter dem Vorwand titoistischer Einstellung
- die Zwangsumsiedlung Burzenländer Bürger als „regimefeindliche“ Elemente 1952

Die Berichte gehen unter die Haut.
Den Lesern bleiben öfters die Augen nicht trocken.
Die erlebten Jahre tauchen wieder im Bewusstsein auf.
Dieses Buch mit seinen Berichten regen die Weiterreichung
der Familienerlebnisse an die nachrückende Generation an.

Was gestern war, ist heute Geschichte;
Was nicht festgehalten worden ist, wird vom Winde verweht





15. November 2010 Siebenbürgische Zeitung KULTURSPIEGEL Seite 10

Augenzeugen berichten über die Jahre 1943 bis 1953
Wilhelm E. Roth sammelte Texte über eine bewegte Zeit

Dem Sammelband „Zwangsarbeit in Rumänien 1950-1961“, den der aus Kronstadt stammende, in Augsburg lebende Wilhelm Ernst Roth vor einigen Jahren im Selbstverlag herausgebrachte – Mitteilungen von Siebenbürger Sachsen, die während der genannten Jahre ihren Militärdienst im kommunistischen Rumänien in so genannten „Arbeitsbrigaden“ leisten mussten – folgt mit dem Band „Die Deutschen in Rumänien 1943-1953“ desselben Herausgebers eine ebenfalls im Selbstverlag gedruckte Sammlung von Zeitzeugenberichten. Im Geleitwort stellt Roth den Leservor die Frage: „Wie kam es dazu, dass unsere Vorfahren nach fast neunhundert Jahren ihre Heimat aufgaben und in die Urheimat zurückkehrten?“

Das Bedürfnis nach der Antwort ließ ihn 34 schriftliche Aussagen, die ihm nach Zeitungsaufrufen zugesandt worden waren, zu einer rund 290-Seiten-Dokumentation zusammenstellen und veröffentlichen. „Möge dieses Buch“, heißt die letzte Zeile des Geleitwortes, „zur Information über diese Jahre dienen, wenn man uns nicht mehr fragen kann„. „Uns“ – das sind Frauen und Männer, die über die Zeit der beiden letzten Kriegsjahre, den rumänischen Frontwechsel von der deutschen auf die sowjetische Seite und die ersten Nachkriegsjahre aus persönlichem Erleben mit Rückblicken zum Epochenbild beitragen können. Fotos, Zeichnungen, Handschriftenbeispiele sind den 34 Texten beigefügt.

Der Band vereinigt alle Kennzeichen mündlich aufgezeichneter Geschichte: Linkisch, unbeholfen niedergeschriebene Berichte ebenso wie Ausbreitungen, die von politischem wie geschichtlichem Überblick zeugen, kurz gefasste ebenso wie ausholende Mitteilungen, subjektiv abgefasste wie solche um Objektivität bemühte etc. Allem jedoch haftet über all die Vergangenen Jahrzehnte hinweg eine oft fast heftige Erinnerungslebendigkeit an, so als lägen die Ereignisse erst wenige Tage zurück. Das macht deutlich, wie tiefgreifend und wie einschneidend die Ereignisse der fraglichen Zeit auf den Einzelnen einwirkten. Einige der Schreiber und Schreiberinnen reagierten beim Verfassen der Texte empört und Partei ergreifend auf die rund sechzig Jahre zurückliegenden Vorgänge, andere wiederum betrachten alles Vergangene mit Trauer, die Dritten hingegen wie Vorfälle aus einem anderen Leben, die Vierten suchen nach Rechtfertigung für damaliges Verhalten usw. Da – vermutlich – die Texte nicht redigiert wurden, unterscheiden sich mehr oder weniger Schreibgewandte von Schreibunkundigen. Gleichviel aber ob vom „wilden“ Einzug der Sowjettruppen in die siebenbürgischen Ortschaften die Rede ist, von den Aushebungen im Januar 1945 für die Deportationen in die UdSSR, von Enteignung oder Zwangsevakuierung – die Tage, Monate und Wochen jener Zeitspanne sind auf den Buchseiten durchwegs präsent.

Abgesehen vom unterschiedlichen Dokumentationswert der einzelnen Mitteilungen, deren Umfang von zwei bis zu fünfzehn Seiten beträgt und von der Tagebuchaufzeichnung bis zur historisch bemühten Niederschrift reicht: Die Texte haben stellenweise auch den Wert epochentypischer Anekdoten – so z.B., wenn dem beim Rückzug 1944 verwundet zurückbleibenden Soldaten der rumänischen Armee ukrainische Bauern wieder auf die Beine helfen, er bei einer anderen rumänischen Einheit ebenso wie ein nach dem Frontwechsel am 23. August 1944 versprengter Deutscher das Soldbuch eines Toten bekommt – und beide nach dem Krieg irgendwann wohlbehalten daheim eintreffen, der eine im Karpatendorf, der andere in Frankfurt am Main. Das sind dann in der Dokumentation Augenblicke des Lichtes, die das Entsetzen, die Gräuel und die Anarchie jener Jahre ins Menschliche zurückholen.

Der Historiker der Epoche, um die es in „Die Deutschen im Rumänien 1943 -1953“ geht, wird sich aus der von Roth erstellten Anthologie die Details aussuchen können, die ihm für die Erarbeitung des exakten Zeitbildes wesentlich erscheinen. Das Alter der Autoren gibt Roth uneingeschränkt Recht: Sie sind die Letzten, die aus eigenem Mitansehen und Erleben über die Epoche berichten können. HB

[ HB = Dr.h.c. Hans Bergel]

Wilhelm Ernst Roth
Die Deutschen in Rumänien 1943-1953
Selbstverlag, 294 Seiten
Preis: 15,00 Euro, zuzüglich 2,00 Euro Versand
zu beziehen bei Wilhelm E. Roth
Wilhelm-Hauff-Straße 33, 86161 Augsburg
Telefon: (0821) 565506
E-Mail: wilhelm.roth@gmx.de
Internet: www.wilhelm-roth.de.




Der Südostdeutsch

Buchenlanddeutsche Zeitung mit ständigen Berichten über die Südostdeutschen, über und aus Südost-sowie Osteuropa und die Bukowiner in aller Welt. Nummer 4/ISSN 1436-0209 Augsburg, 20.April 2011 62. Jahrgang Seite 6



Die Bücher Die Deutschen in Rumänien 1943-1953 und
“Zwangsarbeit in Rumänien 1950 – 1961 Oral History“
sint bei mir noch erhältlich.