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Hameln-Hamlesch



700 Jahre Rattenfänger in Hameln

Anfang der 80er Jahren war ich auf einer Schulung in Hannover.

„700 Jahre seit dem Auszug der Kinder mit dem Rattenfänger aus Hameln“,
verkündeten 1984 die Werbetrommeln.
Ja, der Rattenfänger von Hameln, welches Kind kennt die Geschichte nicht.
Dieser Ort ist nicht weit von Hannover, den musste ich besuchen.

Ich war entzückt, was ich da alles im Zusammenhang mit dem Rattenfänger vorfand.

An einem Haus ist diese Inschrift eingehauen



ANNO 1Z84 AMDAGE JOHANNIS ET PAULI IST GEWESEN DER 26TE JUNI, SINT DOCH EINEN PIPER, MIT ALLERLEY FARVE BEKLEIDET HUNDERT UND DRITTICH KINDER VERLEDET, BINNEN HAMELEN GEBOHREN, THO CALVARIE ZNDER DEN KÖPPEN VERLOHREN

Es gibt hier eine Straße durch die die Kinder angeblich die Stadt verlassen hatten, an der jedes mal wenn eine Musikformation an ihr vorbei geht, sie ihr Spiel unterbrechen muss.

Interessant ist auch ein Museum, welches auf das Rattenfängerereignis ausgerichtet ist.

Einmalig gut aber teuer fand ich, damals als Arbeitsloser, die Mehlspeisen in Form von Ratten.

Laut einem Vermerk im Museum haben auch Goethe und Napoleon im Ort verweilt und sich dabei auch Gedanken über den Kinderauszug gemacht.

Da hier eine Behauptung steht dass sie nach Siebenbürgen gekommen sind, musste ich mir als Siebenbürger doch auch Gedanken darüber machen.

Kann ich da vielleicht ein Scherflein beitragen?


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Wir haben eine Gemeinde Hamlesch in Siebenbürgen. Könnte man einen Zusammenhang finden?

Hameln- Hamlesch, klingt das nicht verwandt?

Unter der Erde werden die Kinder bestimmt nicht gewandert sein.

Ob Menschen mit vielen Kindern einem Lokator (Menschenwerber) für die Besiedelung Siebenbürgens 1284 gefolgt sind? Noch 1211 schenkte der Ungarische König dem Deutschorden das Burzenland, ein Gebiet in Siebenbürgen welches mit Deutschen besiedelt wurde.

Ob Kreuzzügler mit Kindern in der Zeit der Kreuzzüge aus Hameln ausgezogen und nach Siebenbürgen gelangt sind und ihrer Siedlung den Namen Hamlesch gaben, könnte nicht abwegig sein. Die Kinderkreuzzüge begannen, im Juli 1212. Damals sollen ca. 7000 bis 25.000 Kinder, aber auch Erwachsene, von Köln und von Lothringen aufgebrochen sein.

Dazu kommt dass der Ort Hamlesch 1309 urkundlich erstmals mit Bezug auf einen Pfarrer "Alhelmus von Hamlesch" erwähnt wurde.

Dies 23 Jahre nach dem Auszug der Kinder aus Hameln!

Zusammenfassung:

1211 Schenkung des Burzenlandes dem Deutschen Orden
1212 Kinderkreuzzug
1225 Der Deutschorden wird des Landes verwiesen
1241 Siebenbürgen wird von den Mongolen verwüstet
1284 Auszug der Kinder aus Hameln
1309 Erwähnung eines Pfarrers in einer Ortschaft Hamlesch in Siebenbürgen.

Alles in einem historischem engem Zeitraum.

Hamlesch liegt im Südwesten der Deutschen Siedlungen in Siebenbürgen, nicht im Burzenland. Urkundlichen Nachweis dass Menschen aus Hameln nach Siebenbürgen kamen gibt es nicht.

Im allgemeinen sind Dokumente aus dieser Zeit spärlich.

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Erster Schritt.

Ein Namensvergleich wäre interessant, dachte ich mir.
Habe Frau Christine Schuster, eine gebürtige Hamlescherin, aus Hannover (1986) kontaktiert und sie gebeten mir eine Namensliste der Hamlescher zukommen zu lassen.

Eine Namensliste die der damalige Pfarrer von Hamlesch erstellt hatte wurde mir bald zugeschickt.

Zweiter Schritt.
Die Liste, die leider nicht allzu weit zurück ging, und meine Vermutungen habe ich an das Stadtarchiv von Hameln geschickt.

Antwort:
„Danke für die Bemühungen. Die Liste wird ins Archiv aufgenommen. Leider ist unser ganzes Archiv, das in Hannover ausgelagert war, in den letzten Kriegstagen verbrannt.“

Ende- aus-

Es hätte auch so kaum etwas gebracht da Namenslisten nicht bis ins 13. Jahrhundert reichen und es zu der Zeit noch keine Familiennamen gab. Das wusste ich damals nicht. Aus der Zeit gibt es nur Namen von Adligen und Kirchenvertretern.

Heute gäbe es noch die Möglichkeit, einer DNA Untersuchung.

Ob die etwas bringen würde? Fraglich. Oder wer weiß?

Das Stadtarchiv in Hameln hat meine Rescherchen als aufnahmewürdig aufgenommen.