Sie sind der
GOWEBCounter by INLINE Besucher



Muttertag 2011

Vorbereitung

Geschichte der Tracht

Detailaufnahmen

Sonntag Morgen

Gottesdienst

Ausstellerbesuch





Muttertagsfeier 2011
der Siebenbürger Sachsen in Augsburg


„Was stelle ich dieses Jahr am 8. Mai in meiner 8. Blitzausstellung zum Muttertag aus?", fragte sich Marianne.



Der Tipp kam im Handarbeitskreis der Kreisgruppe, den Frau Heidi Kellinger leitet.
“Kirchenpelze und Mäntel wären interessant“. OK, Aber vom Vorschlag bis zur Realisierung ist der Weg oft nicht einfach. Marianne machte sich auf die Suche nach Exponaten. Ich kümmerte mich auf die Lösung der Präsentation.

Schaufensterpuppen? Die Kreisgruppe kann ich damit nicht finanziell belasten.

Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.

Lösung gefunden:
Die Füße der Schautafeln meiner Ausstellungen aus den vergangenen Jahren könnte ich zur Halterung der Kirchenmäntel so umbauen, dass sie von allen Seiten gesichtet werden.

Marianne trieb 33 Exponate auf: 5 Kirchenpelze und 2 Pelzwesten stellte Herr Gerhard Rill aus seinem Bauermuseum in Augsburg zur Verfügung; Frau Maria Schenker brachte 9 Guipchen,(Joppe, Jacke) Herr Martin Schenker 2 Pelze aus dem 19 Jahrhundert; Von Herr Theil brachten wir einen Dolman und ein Mente. Sehr seltene Trachtenstücke aus Kleinschenk; Katharina Göddert selbst in Tracht, vertrat Stolzenburg mit Mänteln und Guipchen; Helga Weber, Elisabeth Depner, Regina Lutsch brachten je einen krausen Mantel(Erklärung diehe unten); Frau Funk einen kurzen selbst gestickten Pelz und Ilse Schuster kam in kompletter Weißkircher Tracht. Einen selbst geschnitzten Bauernhof in Miniatur und eine Bauernstube hat Herr Leopold Köber zur Verfügung gestellt.

Am Somstagabend bereiteten wir mit Familie Köber den Gemeindesaal vor. Sonntag in der Früh brachten die Aussteller ihre Exponate und stellten sie an die bezeichneten Stellen. Um 10 Uhr begann der Muttertagsgottesdienst in der überfüllten Kirche (über 350 Besucher!) Pfarrer Küffer begrüßte die Anwesenden und hielt die Liturgie. Der Chor der Siebenbürger Sachsen und die Kindergruppe leisteten ihren Beitrag, wobei Pfarrer Mathias Stieber aus Reutte die Predigt hielt. Beim Verlassen des Gottesdienstes bekam jede Frau eine rote Rose.

Den anschließenden Besuch der Ausstellung haben über 200 Personen wahrgenommen. Die Exponate wurden heiß diskutiert. Frau Szilagyi mit ihrem Team servierten Kaffee und Kuchen. Um 13:30 Uhr nahmen die Aussteller ihre Exponate wieder heim.

Dieses war unsere 8. Blitzausstellung.
Wir haben die Mühe und Arbeit nicht gescheut.

......................................................

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte.

Folgen Sie der Bilderreihe.


Die Vorbereitung



Herr Gerhard Rill in seinem Bauernmuseum




Brustpelze aus dem Nösnerland (Nordsiebenbürgen)










Maßstabgetreue Planung: Die Dreiecke sind die 3 Reihen der Kirchenmäntel.





      


Blauer Kirchenmantel
Als Beispiel gelebter Kultur stellte ich das Bild des Kurators aus Weidenbach aus, das ich vor 30 Jahren gemacht hatte.

Das Kennzeichnende der Männertracht im gesamten Burzenland ist der bis an die Knöchel reichende dunkelblaue Tuchmantel, "Rook" genannt. Die breiten Aufschläge an den Ärmeln sind aus rotem Tuch oder dunkelrotem Samt. Von den vielen Silberhefteln auf der Brust wird beim Kirchgang nur der oberste und unterste geschlossen. Die Verschnürung an den Taschenschlitzen, am Kragen und an den Ärmelaufschlägen ist je nach Ort farblich unterschiedlich.


      




Der älteste ausgestellte Kirchenpelzmantel ist der von Herrn Martin Schenker.
Er war das Eigentum seines Großvaters aus Arkeden.



Maria Schenker aus Großau brachte:
1. Skurtechen (schwarze Jacke für Frauen) wurde von Sächsinnen im Winter getragen
2. Landlerischer Winter-Kirarock
3. Herbst- und Frühjahrsgieb der landlerischen Mädchen und Frauen
4. Gieb der landlerischen Frauen im Sommer
5. Schwarze Samtgieb der sächsischen Frauen
6. Dunkelblaues Samtgiebchen der sächsischen Mädchen (Herbst und Winter)
7. Buntes Schnürlsamtgiebchen der sächsischen Mädchen
8. Weißes Giebchen der sächsischen Mädchen; es wurde, zusammen mit Spanglettkittel nur am 2. Weihnachtstag und 2. Ostertag zur Kirchgang getragen,



Wie gehen wir vor?

Lösung:
Die Exponate hängen wir in zwei Reihen auf Bügeln an die Wand.
Vorher müssen wir sie auslegen und den Platzbedarf abmessen.




Eine Decke auf die Maße der im Gemeindesaal vorhandenen Pinnwand gefaltet, diente uns als Unterlage zur Gestaltung der Informationen, die wir auf die Pinnwand anstecken wollten.




Anhand von Bildern und Texten zeigte ich dass die Exponate in den 80ger Jahren noch getragen wurden




Der Kirchenpelz
Juliana Fabritiu Dancu

Vom 15. Lebensjahr an trugen früher alle großen Knechte (Burschen) den Kirchenpelz. Dieser wurde nie zugeknöpft, obwohl er eine ganz stattliche Reihe Knöpfe und Oingeltcher (Schlaufen) über der Brust hat. Auf beiden Seiten sind Jäger (Taschenschlitze) eingeschnitten, aber nur der rechte hat auch einen Sack. Applikationen aus weißem und rotem Ziegenleder schmücken den Schafpelzrock, auf dem wir meist eine Jahreszahl des vorigen Jahrhunderts neben dem seidenen Blumensträußchen aufgestickt finden. Die Pelze vererbten sich in der Familie, da sie ja nur sonntags und bei Begräbnissen getragen wurden.



Foto aus dem Archiv der Familie Strutinski

Im Winter zog man den Pelz mit den Ärmeln an; ab dem Gehonnesdoch (Johannestag 24. Juni) weiter durfte er über die Schultern gehängt werden, unter dem Kinn mit einem blauen Mäschchen gebunden. Nach dem Herbstjahrmarkt, (am Georgstag,im September) musste er wieder richtig angezogen werden.

Zum Pelz wird nur der gebeiresch Hot (Bauernhut) getragen. Die Knechte schmücken ihn mit einem von ihrem Mädchen geschenkten gestickten Maschken, die Männer bloß mit einem schmalen Samtband.




Rescherche



Der krause Mantel
Grabmal 17. Jh. der Barbara Theilesius, Ehefrau des ev. Stadtpfarrers in Mediasch.

Aus: Emil Sigerus, Deutsche Forschung im Südosten, 1943, Seite 356-358

Zu den Kleidungsstücken unserer siebenbürgisch-deutschen Volkstracht, die sich im Schwinden befinden, gehört auch der krause Mantel. Noch vor dem ersten Weltkrieg fanden sich zu den Jahrmärkten in der Stadt 4-5 Mantelschneider ein, wie die Verfertiger des krausen Mantels benannt wurden. Seither kommen nur noch wenige, mitunter auch gar keine zum Markt.

Dieses Kleidungsstück kam in Deutschland im 12. Jahrhundert auf und fand seinen Weg, wie so vieles andere auch, nach Siebenbürgen. Ursprünglich war es ein weiter Mantel zum Schutz gegen schlechtes Wetter, wurde dann aber immer schmäler und hat heute eine Breite von etwa 60-80 cm, dient also bloß zum Aufputz der Tracht.

Die Anfertigung des krausen Mantels weicht ab von der Herstellung der übrigen Kleidungsstücke und dient nur noch zur Anfertigung des Ornats der lutherischen Geistlichen. In wenigen Jahren wird niemand mehr wissen, in welcher verwickelten, mühseligen Arbeit diese Kleidungsstücke gemacht wurden.


Herstellung des krausen Mantels

Der krause Mantel bestand aus drei Stoffbreiten, aus doppeltem schwarzem Tuch. Diese Teile wurden genäht, oben und unten am Rand gereiht und in je 4-5 Stiche eine Schlupfe aus Spagat eingezogen, bis die ganze Reihe Schlupfen hatte.

Dann wurde der Stoff auf einen Rahmen, der aus einem langen viereckigen Holz und zwei runden Holzstangen bestand, gespannt. Der Mantel wurde an beiden Enden mit Schlupfen versehen, und diese auf jeder Seite mit einer runden Stange durchzogen, darauf auf das Längsholz, welches mit Löchern versehen ist, gespannt, unter den Mantel eine Eichenplatte geschoben, die auf dem Längsholz ruhte.

Nun wurden mit einem Eisenhaken Falten gezogen, diese mit einem dünnen Spagat (dicken Bundfaden) durchzogen. Die so fertig gestellten Falten wurden mit einem kräftigen schwarzen Faden in Abständen von 5-6 cm mit Stilstichen benäht, dann auf einem großen Tresseisen mit leichtem Leimwasser gedunstet, ausgekühlt und vom Rahmen abgespannt. Die Achseln wurden geschnitten und die Schultern ausgebügelt.

War dieses nun geschehen, wurde der Mantel innen mit buntem Seidenstoff, von den Seiten und von außen mit schwarzem, gemustertem Samtband und Schnüren und Fransen geschmückt. Oben an den Schultern wurde roter Samt von innen genäht und innen an den Achseln wurde eine Goldborte mit einem langen Band befestigt, welches rückwärts unter dem Mantel gebunden wurde.




Jedes Exponat bekommt seine Beschriftung.




Unsere Vorbereitungen sind fertig




Das Material ist zusammen. Das Plakat kann erstellt und ausgestellt werden.




Am Samstagabend bereiteten wir den Saal nach Plan vor.







Es ist alles bereit: wir können heimgehen.






-----------------------------------------------------------------------------------