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Ergänzung 2. zur DVD
Junifest in Kronstadt







Ergänzung 2. zur DVD "Junifest in Kronstadt"



Die erste Beschreibung des Festes der Juni bei den Salomonsfelsen wurde von Ion Mihlea einem gebürtigen Scheianer in „Siebenbürgische Quartalsschrift“ 1793 veröffentlicht.

2005 brachte Dr.Vasille Olteanu das Buch "JUNII DIN SCHEII BRASOVULUI" heraus, welches betreff der Junii sehr aufschlußreich ist.

Leider ist der Autor zu sehr bemüht nachzuweisen das der Schei eine reine dakisch - romanische Siedlung, mit kontinuierlichem Bestehen, bis in die Neuzeit ist. Er verwendet jeden nur erdenklichen Brauchtumansatz, ohne konkreten Quellenangaben um ihn auf Daker und Römer zurückzuführen.

Erst im 12. Jh ist rumänische Bevölkerung zusammen mit Cumanen in Siebenbürgen urkundlich nachgewisen. Die Kumanen sind wahrscheinlich in der walachischen Bevölkerung aufgegangen.

Im Schei gab es im 14. Jh. auch Bulgaren die ebenfalls in der rum. Bevölkerung aufgegangen sind.

Als wir Sachsen im letzten Jahrhundert erlebten, dass es nach 800 Jahren mit uns zur Neige ging, sind wir (ca.200.000 Seelen), zum größte Teil in unsere Urheimat zurückgekehrt.

Auch über 200.000 Ungarn sind nach Ungarn übersiedelt. Sie wollten nicht weiter als Minderheit leben. Geblieben sind über eine Million Ungarn die ihre Heimat nicht aufgegeben haben, sowie einige Millionen Zigeuner.

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Nun zu den Junii.

Immer wieder treffen wir die Einteilung: Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Nicht nur in Schei sondern auch in der Gegend von Hermannstadt wurden die rumänischen Jünglinge auch Junii genannt.

Bei Festlichkeiten kann man im Schei bei Kronstadt auch das weibliche Element „Junite“ in ihrer Tracht bewundern die sehr an die Tracht der sächsischen Patrizierinnen angelehnt ist.

Auf den ältesten Bildern (aus 1832) ist der Junii-Jüngling mit Hut in Melonenform und weiter Krempe, mit Haaren bis auf die Schulter, und hochgezwirbeltem Schnauzer zu sehn. Er trägt ein weißes Hemd ohne Kragen, lang bis knapp übers Knie, mit weiten offenen Ärmeln, weiße enge Hosen, Bundschuhe, oder Stiefel. Ein breiter Gürtel in dem Pistolen stecken und ein Schafpelzumhang runden sein Erscheinungsbild ab.

Dieses war auch die rumänische Tracht jener Zeit.

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Die Junii aus dem Schei von Kronstadt.

Eine Besonderheit finden wir hier und zwar 7 männliche Gruppierungen die sich alle Juni nennen obwohl es nur eine jugendliche Gruppe gibt.

Alle Gruppen haben einen Anführer genannt Vataf. Heute wird dieser Posten in einigen Gruppen gewählt, in andern erfolgt die Ernennung reihum. Dazu kommen 2 "Armasi", Stellvertreter vom Vataf. Bezeichnung eines dem walachischem Fürsten nahestehendem Würdenträger jenseits der Karpaten

Die drei Personen sind durch besondere Kennzeichnung an der Kleidung erkennbar. Die drei Vorstände aller 7 Gruppen tragen über der Schulter und Brust eine breite Binde. Der erste eine rote, der zweite eine gelbe, der dritte blaue. Diese Farben sind die Farben der rumänischen Fahne.

Die Bekleidung der Gruppen ist abweichend.

Es ist bekannt das in Jahre 1949 durch ein Dekret (das alle Vereine in Rumänien auflöste) auch die Gruppen der Junii verboten wurden. Dabei sind Trachten, Fahnen, Keulen, Archivmaterial, Vereinsheime verloren gegangen.

Die Fahnen aller Gruppen wurden im Jahre 1977, dem Jahr der hundertjährigen Wiederkehr der Befreiung der Rumänen von jenseits der Karpaten von der Türkenherrschaft, aus roter und blauer Seide erstellt.

An diesem Befreiungskrieg durften sich die Rumänen Siebenbürgens nicht beteiligen, weil Siebenbürgen damals zu Österreich gehörte, das seine Neutralität bewahren wollte. Diese Trachten sind ein Symbol der innerlichen Beteiligung an dem Befreiungskampf der Rumänen jenseits der Karpaten.

Einige Gruppen hatten auch einen Bläser mit einer kleinen Blechtrompete genannt „Surla“. Sie ist aus Blech ca. 35 cm lang und 11,5 cm Durchmesser mit 6 Löchern. Das Mundstück besteht aus 2 Lederlamellen die mit Faden zusammengebunden sind. Daran befindet sich ein Rädchen das die Tiefe der Einführung in den Mund markiert. Die Töne dieses Instrumentes sind irgendwie unharmonisch, klingen monoton und grell.

Ein solches Instrument befindet sich im Juniimuseum bei der St. Nicolaus Kirche. Es trägt die Gravur“ Franz Hoier in Schoenbach bey Eder“ (Österreich)

Nach Ion Michlea gehörte dieses Instrument an den Hof der Voivoden der Muntenia. Man findet es unter derselben Benennung auch bei den Rumänen unterhalb der Donau am Balkan, bei den Serben und Kroaten sowie bei den Bulgaren.

Im Juniimuseum findet man auch den einzigen "Cimpoi". Das ist ein breiter Holzrahmen der mit einer Kuhhaut bespannt, in dessen Mitte ein entflochtenes Hanfseil angebracht ist. Durch das ziehen und dabei leicht gleitenlassen des Seiles gibt dies Gerät eine tiefen anhaltenden Ton den man vom Berg weit über die Dächer der Vorstadt hört. Damit wurde das Fest kund getan.

Ein Dudelsackbläser rundete die Organisation der Veranstaltungen im Freien ab.

Heutzutage haben sie keine Pferde mehr. Sie borgen sie sich von den Gebirgsjägern.

Der „Buzdugan“ (Streitkolben) ist eine Waffe des armen Menschen im Mittelalter. Er war bis 50 cm lang und hatte ein Gewicht bis zu 3 kg.

Nach 1918 wurde bei den Junii in Kronstadt die Keule aus Bronze von 1 bis 1,5 kg eingeführt. Ihr Griff ist mit Leder umwickelt und in den Farben der rum. Fahne bemahlt.Sie wird beim Juniitanz, ein offener Männerreigen, reihum hoch in die Luft geworfen und unter Applaus wieder aufgefangen.

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Gehen wir die einzelnen Gruppen durch, so wie sie heute im 21. Jh. auftreten.

Auszüge aus dem Buch von Dr. Vasille Olteanu
"JUNII DIN SCHEII BRASCHOVULUI 2005

Junii Tineri
Die Jungen- Juni


Sie sind die erste Gruppe, aus denen sich die andern Gruppen später gebildet haben.

Bekleidet sind sie mit einem weißen Hemd mit Falten welches bis zu den Knien reicht. Darüber tragen sie ein "flanell", mit Ärmeln. Darüber ein "laiber" und ein "spentel" (Alles Bezeichnungen aus dem deutschen übernommen für Rock und Jacke). Die Farbe der letzteren ist dunkelblaue und hat silberne oder vergoldeten Knöpfe. Die Hosen "Cioarecii" sind ebenfalls weiss, dazu gehören Stiefel.

Die drei Anführer sind erkennbar durch ihre "ruji" (cocarden). Drei rote für den Vataf, zwei gelbe für den Armas mare (Großarmas) und eine blaue für den Kleinarmas.

Alle drei tragen ein breites Band "banduliera" quer von der rechten Schulter herunter. Der Vataf rot, der Großarmas gelb, und der Kleinarmasch blau.

Bei der Aufstellung verkörpern diese drei die rumänische Fahne.

Ihre Fahne ist aus roter und blauer Seide, mit zwei Abbildungen versehen. Dem rumänischen Lyzeum Saguna und der eines Junis. Sie wurde 1977 erstellt.

Es existiert eine Satzung aus dem Jahr 1894 die der im Schei geborene Ion Muslea in seiner Arbeit zitiert.

Fahne, Streitkolben und anderes werden im Museum der Junii bei der Sf. Nicolaikirche aufbewahrt.

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Junii Batrâni
Die Alten Juni


Dieses sind meist Verheiratete aus der Gegend der "Pe Tocile". Bekleidet sind sie wie die Jungen. Ihre Anführer haben jeder ein Band mit einer Farbe der rumänischen Fahne während der Rest der Gruppe ein Band mit allen 3 Farben der rumänischen Fahne trägt.

Die Gruppe wurde nach 1877 gegründet.
Sie organisieren am Palmsonntag, bei der Sf. Treimekirche in der Pe Tocile den "parastasul Junilor", einen Totengedenktag bei dem man Essen, Kleider und anderes an Verwandte und Freunde verschenkt, damit die Toten gut über die Hürden ins Jenseits kommen.

Beim Kreuz in der "Variste" organisieren sie ihr Sommerfest mit den Jung- Juni die ihre Mädchen zum Tanz mitbringen. Bei ihrem Fest vergeben sie für eine Spende Cocarden, mit rumänischen Fähnchen.

Sie besitzen eine Genehmigung aus dem Jahr 1991, sowie eine Fahne aus 1977 auf deren Schaft alle Namen der Mitglieder vermerkt sind. Ihr Sitz ist bei der Sf. Treimekirche in der Pe Tocilestraße.

Junii Nationali Albi.
Nazionale weiße Junii.


Die Formation wurde im Jahr 1860 gegründet. Sie bestanden aus Fleischhauern und Kaufleuten aus den Schei.

Sie tragen ein weißes Leinwandhemd mit 12 Falten die bis zu den Knien reichen. Sie sind bestickt und mit goldenen Pailletten verziert. Nur der Vataf trägt eine "laiberica". (Weste) Auf dem Kopf haben sie eine weiße Fellmütze mit einer Cocarde "oc" mit Truthahnfedern. Die Form erinnert an den rumänischen Fürsten Mihai Viteazu, der 3 mal bei Kronstadt war. An den Füßen tragen sie Stiefel. Beim Aufmarsch zu den Salamonfelsen schließen sie die Kolonne ab.

Ihre Fahne wurde 1977 erstellt. Auf ihr sehen wir das Porträt des Dichters Andrei Mureseanu, des Verfassers der heutigen Hymne Rumäniens und eine Abbildung eines Juni Albior. An der Fahnenstange sind die Namen der Mitglieder vermerkt.

Juni Curcani
Truthan Junni.


Gegründet 1879 aus den Reihen der verheirateten Männer. Der Name stammt von einer militärischen Gruppe die sich im Befreiungskampf von 1877 hervorgetan hat. Diese Tracht ist ein Symbol der innerlichen Beteiligung am Befreiungskampf der Rumänen jenseits der Karpaten.

Sie tragen dieselbe Tracht wie die Jungen Junii nur auf dem Kopf haben sie schwarze Fellmützen mit "coc" verschönert mit Truthahnfedern. Der Gürtel ist in den drei Fahnenfarben gewebt.

Ihre Fahne von 1977 mit der Applikation des Fürsten Mihai Viteazu und einem Juni Curcan. Am Schaft der Fahne sind die Namen der Mitglieder vermerkt.

Zusammen mit den Dorobanti organisieren sie ihr Volksfest am Peter- und Paultag 29. Juni beim Wegkreuz Musicoiului. Ihr Totengedenken halten Sie bei der St. Nicolaikirche.

Juni Rosior.
Roten Junii.


Sie sind auch eine Gruppe die an den Befreiungskampf erinnert. Ihre Gründung erfolgte 1908 aus der Gruppe der Albiori. Sie besteht aus verheirateten Männern wohnhaft in der Cacovastraße.

Sie haben die schönste Tracht. Ihre weißen Hemden sind rot bestickt und mit Tausenden Pailletten versehen. Der Gürtel ist mit Perlen und vergoldeten Pailletten bestückt. Ihr weißer "Laibare" (kleiner Umhang) ist mit schwarzem Stickgarn genäht und mit "gaitane" verziert. Er wird vom Vataf auf der linken Schulter getragen, während die andern ihn auf der rechten tragen.

Der Historiker Nicolae Jorga soll die Kopfbedeckung vorgeschlagen haben, welche er dann von der rumänischen Armee besorgte als die Junii bei den Feierlichkeiten 1906 in Bukarest waren.

Ihre Fahne wurde 1977 erstellt. Auf ihr befinden sich ein Porträt Fürsten Altrumäniens Alexandru Ioan Cuza sowie eines Rosior juni. Am Schaft der Fahne sind die Namen der Mitglieder der Gruppe vermerkt.

Juni Dorobantii
Dorobant Junii


Gegründet 1908 gemeinsam mit den Rosiori, werden sie 1924 selbständig.

Ihre alte Fahne ist in den Jahren 1948 verschollen als durch ministeriellen Beschluß alle Vereine in Rumänien durch die Kommunisten aufgelöst wurden. Ihre jetzige stammt von 1977. Auf ihr finden wir eine Abbildung eines Helden einer Dorobantieinheit aus dem Befreiungskrieg.

Ihre Bekleidung ist die der Curcan Juni mit dem Unterschied das sie eine Fellmütze nach den Vorbild des Mihai Viteazu tragen, auf der sich das Wappen Rumäniens befindet.

Sie rekrutieren sich aus den Verheirateten aus der gleichen Gegend wie die Curcani Junii und von der Pe Coasta.

Ihr Sommerfest veranstalten sie bei der „Crucea Dreptatii „ ( Kreuz der Gerechtigkeit).2004 hatten sie 65 Mitglieder davon 17 „junite“ Frauen.

Junii Brasovecheni
Juni der Altstadt.


Offiziell gegründet 1922 besitzen sie ein Statut aus dem Jahr 1854.

Die Gruppe besteht aus Rumänen der Altstadt (Stadtteil Bartholomä) Ihre Tracht ist die der Alt-Junii. Nur am Kopf tragen sie anstelle des Hutes eine spitze Fellmütze.

Ihr Sommerfest halten Sie am „Foisor“ „Kuschmannwiese" ab.

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1979 erstellte ich meine Dia-Tonmontage über dieses Fest.

Bei meinen Vorträgen berichtete ich zuerst über den Ablauf des Festes danach zeigte ich meine Dias in Überblendungstechnik wobei synchron, meine Originaltonaufnahme zu hören war.



Am Marktplatz der Scheier Vorstadt versammelten sich die Junigruppen.



Von hier ritten sie, in meiner Kindheit, in die Innenstadt, zum alten Rathaus, das zweimal umrundet wurde. Danach ritten sie durch die Klostergasse, Langgasse, Rumänische Kirchengasse zu einem Bethäuschen das sich auf einer Wiese „Malomdom“ beim Mühlberg (nähe Feuerwehr) befindet. Nach einer kurzen Andacht ritten sie durch die Innenstadt und Schei, zu den Salomonsfelsen.



Juni vor dem alten Rathaus



Bethäuschen am bebauten Malomdom



Oberhalb des Haupttales, erweitert sich das Tal zu einem Talkessel der von vier hohen Felsen umrahmt ist, wo früher am dritten Ostertag das große Volksfest der Obervorstädter Rumänen "Jocul Junilor," stattfand.

Ende der 60ger Jahre wurde das Fest wieder genehmigt

In der kommunistischen Zeit war die Kirche ausgeschlossen und das Fest vom 3. Ostertag auf den zweiten Maitag der arbeitsfrei war, verlegt.



Rosiori. Der ältere Herr ist ihr Vataf .



Die Juni haben eine einmalige Tracht die man so in Rumänien nirgends findet.



Jede Juniigruppe hat drei buzdugane (Streitkolben)



Die Familien waren vorgegangen und erwarteten die Reiter mit Essen und Trinken. Die Tische waren nachbarschaftlich aufgeteilt.



Albiori die Juniihora tanzend



Dorobanti die Juniihora, tanzend



Junii tineri, die Juniihora tanzend, wobei der "buzdugan" (Streitkolben) hoch in die Luft geworfen und aufgefangen wird.



Und heimwärts geht der Ritt.





Die Häuser der Gassen sind dicht zusammengedrängt und umschließen enge kleine Höfe. Einige schöne Holztore haben den Zahn der Zeit überstanden. Leider fand ich 2007 nur noch einen eisernen Türklopfer.



Obwohl das Juniifest sich nicht mehr am Ostertag abspielte riefen die Reiter wenn sie am 2. Mai beim Heimweg, etwas angetrunken, an Verwandten und Bekanten vorbeiritten: "Christus ist auferstanden". Die Antwort der Begrüßten blieb nicht aus: "Wahrhaftig, er ist auferstanden. Gleichzeitig hörte man "Schweigt!“ „Schweigt! Sollen wir Unannehmlichkeiten haben?"."

In den 60er Jahren, ritten ein Teil der Junii im Dunkeln zum Grab von Andrei Mureseanu, dem Textautor des Liedes: „Desteaptate române“ (Erwache Rumäne).

Da dieses Lied (1848 gedichtet), am Anfang der kommunistischen Zeit, als das Land noch von den russischen Truppen besetzt war, verboten war, gab es Zusammenstöße mit Kommunisten und der Staatsmacht.

Auch 1989, bei den Protesten in Kronstadt, wurde dieses Lied spontan gesungen.

Seit dem Umsturz werden 4 Strophen von den 11 des Liedes als Hymne gesungen.

Es ist die „Rumänische Marseillaise“


Desteapta-te, române, din somnul cel de moarte,
În care te-adâncira barbarii de tirani!
Acum ori niciodata croieste-ti alta soarta,
La care sa se-nchine si cruzii tai dusmani!

Acum ori niciodata sa dam dovezi în lume
Ca-n aste mâni mai curge un sânge de roman,
Si ca-n a noastre piepturi pastram cu fala-un nume
Triumfator în lupte, un nume de Traian!


Deutsche Übersetzung:
Erwache du Rumäne, aus deinem Todesschlaf
In den dich versenkten die tyrannischen Barbaren!
Jetzt oder niemals schaff dir ein anders Schicksal auf
Vor dem sich bekreuzigen sollen deine grausamen Feinde.

Jetzt oder niemals sollen wir der Welt beweisen
Dass in dieser Hand noch Römer Blut fließt
Und das wir in unserer Brust bewahren mit Stolz einen Namen
Der im Kampf triumphiert, den Namen des Trajan.

Als ich 1979 im Zeitungsartikel das Junifest beschrieb, war das Singen dieses Liedes wieder erlaubt.

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Es wäre noch vieles zu berichten, Über dem Stadtteil Schei, ihre Bräuche, über die Tracht der Frauen und dem Museum in der St. Nicolaikirche.

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Sage ?

Nach einer sächsischen Überlieferung kamen die Junii in die Innere Stadt und umrundeten das Rathaus. Eine Unterwürfigkeitsbekundung die die Juni jedes Jahr erneuern mußten.

Rumänen aus dem Schei hatten nämlich versucht über Nacht in der deutschen Stadt Kronstadt zu bleiben um die Torwache zu überwältigen, damit einem walachischem Fürsten von jenseits der Karpaten die Überrumpelung der Stadt gelingt.

Frühzeitig von der deutschen Bürgermeistertochter, der das auffällige Benehmen des Anfürers der Junii verdächtig war, ihrem Vater kuntgetan, hat der Verrat verhindert werden können.

Ähnliches soll vorgekommen sein. Nach einem Rückzug von Walachischen Truppen über die Karpaten, sind, laut Dokumenten, harte Strafmaßnahmen, seitens der Stadt an ansässigen Walachen vorgenommen worden.

Silvestru Moldovan schrieb 1894 in „Unser Land“ daß früher die Veranstaltung eine Woche lang gedauert habe, wobei beim Umzug die Kronstädter die Tore geschlossen hielten, damit die Jungschar nicht in die Stadt gelangen konnte, denn es bestand der Glaube, dass wenn die Jungschar dreimal um das Rathaus reiten würde, würde die Stadt ihnen gehören.

Dieser Wunschtraum der Vorstädter Junii ist 1916 erstmals durch eine eineinhalbmonatigen Besetzung von Kronstadt, durch rumänische Truppen, die während des ersten Weltkrieges in Siebenbürgen (Ungaren) eingedrungen waren, kurzzeitig in Erfüllung gegangen.

Zeit, die im altem Rathausmuseum als "Befreiung von Brasov" (2007) verzeichnet ist.

Es fehlt nur die Erklärung von wem Kronstadt besetzt war um danach mit Waffengewalt "BEFREIT" werden musste.

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