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Gemeindeblatt der
Schwarzen Kirche
"Lebensräume"







Nach meiner Einsicht, am 31 August in Bukarest, in meine Securitate machte ich einen Abstecher nach Kronstadt.

Ich besuchte das Honterus-Denkmal.

Die zwei leeren Stellen wo die Relieftafel waren starrten mich an.

Ich traf Herrn Horst Hügel der mir in Keller die zwei neuen Abgüsse zeigte.

Vom Amtsleiter Herrn Peter Simon erhielt ich diese Augustausgabe "Lebensräume"

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Die Relieftafeln am Honterusdenkmal
Amtsleiter Peter Simon

Schon seit geraumer Zeit steht das Honterusdenkmal ohne seine zwei Relieftafeln da. Die westliche wurde 1999 zum ersten Mal Opfer der Altmetall „Sammler“ und das gleiche Schicksal erlitt dann 10 Jahre später die östliche. Vielleicht waren die Täter die gleichen Jugendlichen mittlerweile Erwachsenen, unzufrieden darüber, dass sie es nicht gleich zum ersten Mal geschafft haben, beide Tafeln zu stehlen.

Auch dieses Mal haben sie es nicht geschafft, beide Platten zu entfernen. Die Replik von Wilhelm Roth wurde im Oktober 2002 so gut befestigt, dass sie es aufgeben mussten. Dank gebührt der Mannschaft, zu der auch unser Wirtschafter Horst Hügel gehört hat, weil sie eine so gute Arbeit geleistet haben.

Über den Guss der Replik kann man eine ausführliche Beschreibung in der privaten Webseite von Wilhelm Roth finden und über den zweiten traurigen Verlust hat Gernot Nussbächer einen Artikel in der Karpatenrundschau veröffentlicht.

In diesem Artikel soll nur über den Neuguss der zweiten gestohlenen Bronzeplatte geschrieben werden. Zuerst erhielt ich einen Anruf, dass die Platte gefunden worden sei und ich sollte zu REMAT gehen, sie abholen. REMAT ist der große Betrieb Kronstadts, der sich mit Verwertung von Altmetall aller Art beschäftigt. Das war aber ein Missverständnis. Die Leitung der Firma REMAT hatte sich entschlossen, das nötige Metall für den Neuguss zu sponsern. Das war auch eine gute Nachricht.

Eine weitere angenehme Überraschung war, als der Templerorden, der übrigens den Namen unseres Reformators trägt, sich bereit erklärte, die Kosten des Neugusses zu tragen. Blieb nur noch die Frage, wer so ein Bronzerelief gießen konnte? Christian Albert empfahl die Gießerei Imre Lazär in Odorhellen (Odorheiu Secuiesc). Er ist auch zweimal mitgefahren, um uns dort einzuführen. Im deutschen Jahrbuch 2010 des ADZ Verlags ist ein Beitrag über diese Firma mit dem Titel „Eine Erfolgsgeschichte aus dem Szeklerland“ zu lesen. Nebenbei gesagt, dass es solche Firmen gibt, kann auch als Erfolg der Saxoniastiftung gewertet werden, von der sie gefördert wurde.

Aber zurück zu unseren Platten. Ein weiterer glücklicher Umstand war, dass es einen Abdruck von der gestohlenen Platte gab. In weiser Voraussicht hatte die Mannschaft um Wilhelm Roth von Gavril Ceucä einen Silikonabdruck machen lassen. Die Gipsreplik dieser Platte hatte die zuerst gestohlene von 1999 bis zum 9. Oktober 2002 ersetzt. Dass fast vier Jahre lang links und rechts die gleiche Darstellung hing, ist den vielen Touristen nicht aufgefallen. Der Direktor der Gießerei, Imre Läzär, ist nebenbei auch Kunstliebhaber und war stolz auf diesen Auftrag. In der gleichen Gießerei werden auch Glocken gegossen.

Von der Firma REMAT haben wir etwas mehr Kupfer als nötig erhalten und so haben wir beide Platten zum Preis von einer gießen können. Nun sind beide Platten frisch gegossen und warten auf einen würdigen Moment, um wieder angebracht zu werden. Die Halterung wird so sein, dass sie weitere Diebstähle entmutigen wird. Eine Videoüberwachung soll das gleiche bewirken.

Abschließend möchte ich einen Dank aussprechen an alle, die sich an dieser Aktion beteiligt haben, an Wilhelm Roth und sein Vorausdenken, an Christian Albert für Rat und Tat, an die Firma REMAT für das Material und den Templerorden für die Finanzierung sowie an Tibi Kinczes für die vielen Fahrten bis Odorhellen (Odorheiu Secuiesc). Wenn jemand nicht genannt wurde, sei das dem Autor vergeben.

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Was geschieht mit der von mir modellierten Replik, Relieftafel mit meinem Namen?

Antwort:
"Sie wird einen würdigen Platz bekommen".

Hoffentlich, da die Erstellung von über 1.000 Sachsen unterstützt wurde.