Sie sind der
GOWEBCounter by INLINE Besucher





Geselliges Beisammensein
zwischen den eigenen vier Wänden.
Fasching in Kronstadt

Brauchtum in der Fastnachtzeit

Bräuche in:
Kleinschelken
Agnetheln
Großschenk
Marpod
Törnen
Frauendorf
Wurmloch

Fasching in Augsburg





Geselliges Beisammensein
zwischen den eigenen vier Wänden


Fasching in Kronstadt

......................................

Nachdem wir unsere Wohnung auf 100 qm ausgebaut hatten, luden wir ab 1976 bis zu unserer Aussiedlung 1982 am ersten Sonnabend im Monat unseren Freundeskreis zu einer Tanzunterhaltung von 18 bis 24 Uhr ein.

24 Uhr weil meine Eltern über uns wohnten und auch ihre Nachtruhe haben wollten. Das war gut so. 6 Stunden quatschen und tanzen genügten.



Die Freunde brachten ihre Wollsocken mit, weil damals Stöckelschuhe in Mode waren, die mein Parket vernichtet hätten, sowie ihr Abendessen mit Wein oder Bier. Ich stellte das Mineralwasser und die Wodka bereit die vor dem nach Hause gehen pro Nase abgerechnet wurden.



Die Eingeladenen kamen, stellten ihr Abendessen in der Küche ab und mit dem Wodkagläschen in der Hand wurden die neusten Neuigkeiten von den Ausgesiedelten und andere Nachrichten diskutiert und viel gelacht. Dabei waren politische Witze an der Tagesordnung.

Dieses, obwohl man wusste dass auf einen Witz über Ceausescu 3 Monate Gefängnis standen.

Der Mann der Cousine meines Vaters kam eines Tages aus der Arbeit nicht mehr nach Hause.

Er hatte im Kreis seiner Arbeitskollegen einen politischen Witz erzählt.

Einen Monat hat es gedauert bis seine Frau erfahren hat, dass er eingesperrt ist.

Nach 3 Monaten kam er gebrochen nach Hause.

Er durfte nichts über seine Haft berichten. Nur einmal sagte er zu mir: "Wenn du deinen Halbstundenspaziergang im Hof mit einer Sonnenbrille, die statt Glas Eisenblech hat, im Kreis gehend verbracht hast, lernst du das unterschriebene Schweigen zu halten."

Eingeladen haben wir nur Deutsche, anderssprachige nicht, da wir nur zu unseren Landsleuten vollkommenes Vertrauen hatten.

Musik waren meistens Tonbandaufnahmen von Radio Luxemburg und Kassetten die der eine oder der andere von Verwandten aus dem Westen hatte.

Ich achtete streng darauf, dass mir keiner "amerikanisches Gedudel" einlegte, welches stark im Kommen war.

Getanzt wurde bis um 24 Uhr. Dann läutete der Wecker und die Leute brachen auf. Wir kamen 30 - 40 Personen zusammen, Schulfreunde und Zugeraste, im Alter zwischen 30 und 45 zusammen.



Am Sonntag Morgen traf man sich mit Kind und Kegel und wanderte in die Berge. Die Männer waren oft weniger vertreten denn die mussten sich ausruhen!

Von unseren Zusammenkünften hatte, Anfang der 80ger, die Securitate Wind bekommen. Bei einer Heimfahrt wurden alle Autos bei der ersten Straßenecke angehalten und alle Insassen mussten sich ausweisen.

Die Ausweise las der Polizist laut vor. Wahrscheinlich registrierte ein anderer die Namen und Adressen über Funk.

Weiter ist nichts geschehen außer das 2 Familien nicht mehr zu unseren Tanzunterhaltungen kamen und einer aus unserem Freundeskreis auf mich angesetzt wurde.

...................................





In den eigenen 4 Wänden, reihum fand jede zweite Woche ein Bierabend unseres engeren Freundeskreises statt. Mitgebracht wurde das Bier, während die verbrauchte Wodka auf die Anwesenden aufgeteilt wurde.



Die Frauen hatten ihr Damenkränzchen. Als ich nach 2 Jahren aus Deutschland auf Besuch kam klagte mir eine der Frauen, das im Kränzchen nun rumänisch gesprochen würde. Frauen aus Mischehen waren dazugekommen, die nicht deutsch sprachen.

Ein Umbruch hatte seit unserer Aussiedlung stattgefunden.

Sylvester wurde auch so gehandhabt.

In Kronstadt gab es inzwischen einige die eine geräumige Wohnung hatten und nicht die Mühe scheuten, hie und da eine Tanzunterhaltung "Kjeff" (Party) Fasching oder Sylvester bei sich zu Hause zu veranstalten.

:::::::::::::::::::::::::::::::::::



Deutschland



Seit 1987 (seit 20 Jahren) organisieren wir: Marianne und ich jeden Herbst ein Wochenendtreffen des Freundeskreises der in den 70er Jahren bei mir zusammengekam.

Verstreut in Deutschland lebend, sind diese Tage Sonnenschein für unsere Seele.

Es wird viel geratscht, bis spät in die Nacht hinein getanzt, ein Vortrag veranstaltet,



und gewandert Und gesungen.



Herz was brauchst Du mehr?

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::



Fasching in Kronstadt

Die Faschingsveranstaltungen haben ihren Ursprung in der katholischen Welt als man maskierte Wallfahrten wegen der Pest veranstaltete. Die Orthodoxe Kirche pflegt keine Walfahrten somit ist den Rumänen dieser Brauch fremd geblieben.

In den 70er Jahren haben sie in einigen Ortschaften in Siebenbürgen den Fasching von den Sachsen abgeguckt und auch in rumänischen Kindergärten und Schulen veranstaltet.

Seit die Sachsen weg sind, sind diese Veranstaltungen bei ihnen äußert selten geworden.

Vor 1940 organisierten die sächsischen Vereine in den Städten Faschingsveranstaltungen. Da alle Vereine in der kommunistischen Zeit verboten wurden, fanden in Kronstadt keine öffentliche Faschingsveranstaltungen mehr statt.

Somit verlagerte sich der Fasching in die Familienhäuser, deutsche Kindergärten und Schulklassen wenn sich für letztere, Aktive fanden die einen Maskenballveranstaltung bei den Behörden durchsetzen konnten.

...............................................................



Private Faschingsveranstaltung

Einen Sonnabend in der Faschingszeit luden wir zu uns ein.

Die Wohnung wurde geschmückt, Möbel gerückt, die Musik und das Geschirr vorbereitet.

Die Einladungen erfolgten schriftlich, mit der Bitte pünktlich auf die angegebene Minute zu erscheinen, da für das gleichzeitige Maskieren von 6 Personen nur 15 Minuten im Kinderzimmer, Bad oder Küche vorgesehen werden konnte.

Die Beteiligten brachten ihr Essen, Getränk, und Socken als Hausschuhe mit.

Als Maskierter gesellte man sich zu den andern ins Wohnzimmer zum Tanz.



Nun gab es das große Rätselraten wer hinter der Verkleidung steckte.



Um 23 Uhr war Demaskierung, gefolgt von Auslosung der besten Maske.



Es folgten: Schicksalswalzer und Tombola, deren minimalen Wert ich in der Einladung angegeben hatte.



Toll war ein Fasching zu dem ich meine ehemalige Abendschulklasse eingeladen hatte.

Da in Kronstadt damals ungefähr 6.000 Sachsen lebten und ein Jahrgang 5 Schulklassen in 3 Schulen besuchte, kannte man fast alle seines Alters.





........................................

Bei einem Kindergarten-Elternfasching, fand ich eine Bambina besonders attraktiv.

Rannnnn !!!

Und siehe da, sie schmiegte sich toll an mich und machte mich ganz verrückt.
Während dem Tanzen schob ich sie ins Nebenzimmer und wir küssten uns ganz wild.

Meine Wenigkeit beim damaligen Fasching.

Ich konnte nicht genug bekommen und willig war sie auch.

Großartig sind gestohlene Kirschen !!

Hauptsache, ich wurde als Mann von einer wunderbaren weiblichen Gestalt begehrt und akzeptiert.

Wir hatten uns gefunden.

Als dann Demaskierung war, o je! Stand da eine Oma die mit ausgestreckter Hand auf mich zeigte.

Die hatte ich kurz vorher in den Armen gehabt und geküsst?

Ungewollt zuckte meine Hand hoch und mein Handrücken wischte über meinen Mund.

Das hatte sie gemerkt und lachte, lachte und lachte sich beinahe zu Tode über mein Entsetzen.

Die Zeit vergeht und "Mann" wird älter.

Weiß man, ob nicht der Tag kommt, wo ich mir in solch einem Fall (junge Oma ich alter Opa) danach nicht alle Finger ablecken würde?

Ja das war`s als man 30 Lenze zählte.




.............................................