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Gedenkveranstaltung

Echo Gedenkveranstaltung

Pressemeldung



Ökumenische Gedenkveranstaltung
für die von Januar 1945 bis Dezember 1949 zur
Zwangsarbeit in die UDSSR deportierten Rumäniendeutschen

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Nachdem ich mir diese Veranstaltung ausgedacht, initiiert und organisiert hatte,
war es am 13. März 2010 so weit.

Mein Danke geht an alle die diese Veranstaltung mitgetragen haben.

Besonders bei Herrn Peter Krier, Vors. des Hilfswerkes der Banater
Schwaben bedanke ich mich für die Unterstützung meines Vorhabens.
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Vorbereitungen im Gemeindesaal



Dietmar Kirschenheuter, Vors. der Banater Schwaben Augsburg.



Letzte Vereinbarungen

Ev. Pfr. i. R. Mathias Pelger.
Gottfried Schwarz, Vorsitzender der Kreisgruppe der Sieb. Augsburg.
Peter Krier, Vors. des Hilfswerks d. Ban. Schwaben.
Rosemarie Schwarz, Kulturreferentin der Kr. d. Sieb. Augsburg.





Kath. Pfr. i. R. Anton Neu ist auch dabei.



Frau Annemarie Klein, Kulturreferentin der Sieb. Augsburg verteilte beim Eingang meine 700 Faltblätter.



Musikwissenschaftler Dr. Franz Metz,
Vors. des Gerhardsforum Banat, begleitet die Veranstaltung an der Orgel.





Wolfgang Küffer, Pfarrer der gastgebenden St. Andreaskirche begrüßt die Anwesenden.





Begrüßung des Herrn Dietmar Kirschenheuter,
Vorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben Augsburg.



Begrüßung des Herrn Gottfried Schwarz, Vors. der Kr. der Sieb. Augsburg.







Siebenbürger Chor Augsburg.





Zur Einführung spricht Herr Peter Krier über das Geschehen 1945.



Die Würzburger Theatergruppe unter der Leitung von Frau Anni Mecher
bringt als Hörspiel einen Auszug aus dem Bühnenstück "Viehwaggon 21"
von Stefan Hans Kehrer.



Helmut Schwarz Stellvertr. Vors. d. Krgr. der Sieb. Augsburg hatte sich
der Tonverstärkung angenommen.





Danach bat ich die anwesenden Deportierten aufzustehn.









Agneta Krauss u.a. ehemals Deportierte legten Zeugnis ab



Paul Klein und sein Zwillingsbruder Hans (Retsch) wurden als 13 Jährige
zur Zwangsarbeit deportiert.
Er berichtet das sie auf der Fahrt im Viehwaggon tagelang kein Wasser zu
trinken bekamen.
Das sie, wenn der Zug stand, durch das in den Boden geschlagene und öfters zugefrorene
Scheißloch durchgriffen um etwas Schnee zu fassen um sich ihre Lippen zu benetzen.
Ebenso leckten sie an den bereiften Viehwaggonritzen um nicht zu verdursten.

Was dieser Mann u.a. berichtete war erschütternd.



Frau Hermine Buchsbaum, Stadträtin u. Vors. der Banater Schwaben Nürnberg,
referierte über die Russlandverschleppung in der Literatur: Herta Müllers „Atemschaukel“.




Dr. Franz Metz berichtete über das Bestehen von Liedgut das die
Russlandheimkehrer noch Jahre danach gesungen haben.

Den Text von zweien Lieder hatte ich vervielfältigt und so wurden sie mit
Akkordeonbegleitung von den Anwesenden gesungen.

l. Tief in Russland bei Stalino,
Steht ein Lager streng bewacht,
Drinnen wohnen deutsche Menschen,
Die man aus dem Banat gebracht.

2. Und die Herzen dieser Menschen
Schlagen traurig, ernst und schwer;
Möchten wieder nach der Heimat,
Sehnen sich nach ihr so sehr.

3. Sollte ich in Russland bleiben,
Sollt ich hier begraben sein,
Grüßt mir nochmals meine Heimat
Und mein liebes Mütterlein.



1. Heute in der Nacht, bin ich aufgewacht und hab geweinet,
0 du stiller Stern dort in weiter Fern, sei du mein Freund.
Ich hab dich so wonnig und schön in meiner Heimat gesehn;
Weißt du was das heißt: Heimweh.
Refr.:[: Alles ringsumher, ist so still und leer,
Traurig rauscht das Meer: Heimweh.:]

2. Grüß das Dörflern klein. Grüß mir jeden Baum und jeden Stein.
Kennst du noch die Bank, wo die Amsel sang am Waldesrand?
Wenn du mein Mütterlein siehst, sag nicht wie weh es mir ist;
Weißt du, was das heißt: Heimweh. (Refr.)


Es folgte Gedenken an die Toten



Unter Glockenläuten und dem von Helmut Martini und seinem Sohn geblasenen
Lied: „Ich hat’ einen Kameraden“ schritt ich mit der von mir erstellten
Gedächtniskerze langsam durch die Reihen zum Altar









Als Sohn eines Betroffenen machte ich einen Brückenschlag in unsere Zeit.

-Vor nicht langer Zeit wurde ich in der Nacht wachgerüttelt.

„Steh auf, steh auf, wir müssen in den Schacht.“

Die Zwangsarbeit im Donbass hatte meinen Vater eingeholt.

„Aber Tati ! Hast du vergessen das du bald 92 Jahre alt bist? Die 45 jährigen waren doch die Ältesten die zur Zwangsarbeit nach Russland mussten.“

Ich brachte meinen alten, vor Aufregung zitternden Vater wieder zu Bett.

3 Monate später schloss ich seine Augen und streichelte seine Hand.
Dabei sah ich wieder die schwarzen Kohlespuren die sich bei seiner Verschüttung
in seine Haut eingegraben hatten.

„Tati“ sagte ich. „Du hast Glück gehabt, diese Kohlenreste hast Du nicht der Erde im Donbass übergeben müssen“.

Wenn ich hier in Augsburg vor dem Grab meiner Eltern stehe erinnere ich
mich an meine Verwandten und Bekannten die dort geblieben sind.

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Nach 80 Minuten weltlicher Veranstaltung machten wir eine Pause und danach
folgte die ökumenische Andacht.



- Kurzes Orgelvorspiel
   Chor: Der treue Hirte
- Begrüßung
- Eingangslied (siehe Beilage)
- Psalmgebet: Psalm 18, im Wechsel zwischen
   Liturg und Gemeinde gesprochen (siehe Beilage)
   Chor: Herr, deine Güte
- Kyrie
- Gloria
- Tagesgebet
- Schriftlesung: Matth. 5,1-10
- Glaubensbekenntnis?
- Hauptlied (siehe Beilage)
- Predigt über Röm. 11,33-36
- Predigtlied (siehe Beilage)
- Fürbittgebet und Stillgebet
- Vaterunser (von allen gemeinsam gesprochen)
- Segen
- Orgelnachspiel
Einladung der Betroffenen zum gemütlichem Beisammensein bei Kaffe und Kuchen im Gemeindesaal



Pfr. i. R. Anton Neu, ehemals Pfarrer in Temesvar, hielt die Liturgie





Pfr. i. R. Mathias Pelger ehemals Stadtpfarrer der Honterus Gemeinde in Kronstadt
hatte sich einen schwierigen Predigttext ausgesucht.

„Wie oft ist wohl im Jahr 1945 und den Jahren danach gefragt worden: Wie konnte Gott es zulassen das Mütter von ihren Kindern weggenommen, Familienerhalter von ihren Schutzbefohlenen getrennt und Ehen auseinandergerissen wurden? Ist das der gnädige und barmherzige Gott an dem wir glauben?“



Mutter und Tochter erkennen sich nach der Heimkehr nicht wieder.



Die Fürbitte erfolgte durch Frau Maria Burger und Herrn Karl Bohn.



Mit Gottes Segen und der von mir ausgesprochenen Einladung an die Betroffenen
zum Gespräch bei Kaffee und Kuchen ging es in den Gemeindesaal.







Frau....... las aus Ihren Memoiren vor.



Frau Elisabeth Schwarz die Leiterin des Sieb. Chores stimmte das Lied
Nach meiner Heimat zieht mich’s wieder an und alle sangen mit.
Dabei wurde so manches Auge nass.

1. Nach meiner Heimat zieht mich’s wieder
Es ist die alte Heimat noch
Die selbe Lust, dieselben frohen Lieder
Und alles ist ein andres doch.



2. Die Wellen rauschen wie einst vor Jahren
Im Walde springt wie einst das Reh
von ferne hör ich Heimatglocken läuten
Die Berge glänzen weiß von Schnee.



3. Am Waldesrand steht eine Hütte
Die Mutter ging dort ein und aus
Jetzt schauen fremde Menschen aus dem Fenster
Es war einmal mein Elternhaus.



4. Mir war, als rief es aus den Wogen
Flieh', flieh'und ohne Wiederkehr
Die du geliebt sind alle fort gezogen
Sie kehren nie und nimmer mehr.





Viele Hände machen schnell ein Ende. Erna Szilagyi mit Team
haben die Besorgungen und die Bewirtung übernommen und
zur Zufriedenheit aller bewerkstelligt



Es ist vollbracht


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18. März 2010



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