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Muttertag 2008 in Augsburg
Erstellung der Ausstellung: Trachtenhauben, -borten, und -hüte


Exponate

Kirchgang

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Exponate













































Das burzenländer Frauenhäubchen
Durch die wirtschaftliche Entwicklung des Burzenlandes, hat sich die Trachtenlandschaft hier geändert.

Der rote Schleier wird mehr und mehr vom schwarzen goldbestickten Häubchen abgelöst, der Kroner Haube Das Gesicht umrahmt eine in viele kleine Tollfalten gelegte schwarze Tüllspitze mit überaus feinen Goldfäden durchsetzt, die wie ein Strahlenkranz wirkt.

Dazu gehört eine lange in Gold oder bunt gestickte Samtmasche die über den Rücken fällt und eine kürzere unter dem Kinn.

Bei Witwen ist auch die Stickerei schwarz.

Die jungen Frauen tragen bei besonderen Gelegenheiten das blaue oder schwarze Perlhäubchen und bestickte weiße Samtbänder. Die Mädchen haben zum schwarzen Borten bunt bestickte weiße Samtbänder.

Die Bockelung
Den Höhepunkt der trachtlichen Prachtentfaltung bildet im Burzenland die erstmalige Schleierung der jungen Frau. Eine Besonderheit ist dabei der rote Schleier, der so knapp ist, dass er nur das Haupt bedeckt.

Uraltes Erbteil ist darunter die geflochtene Schleierhaube, Sternhaube genannt. Das Bockelhäubchen wurde in knotenloser Flechttechnik hergestellt. Die Knappheit des Schleiers wird durch die unzähligen Schleiernadeln ca. 30 - 40 Stück reichlich aufgewogen, die um den Kopf der jungen Frau einen glitzernden Helm legen.

Der feine Bockelschleier gehörte erst zur Tracht der Bürgerinnen in den Städten. Später wurde er von den Bäuerinnen übernommen.

Das dünne durchsichtige Schleiertuch das über dem Frauenhäubchen und den bunten Bändern mit Bockelnadeln befestigt wird, gehörte zur süddeutschen Modetracht des 13. - 15. Jh.

Sächsische Kaufleute brachten sie ihren Frauen mit. Der prunkvolle Trachtenschmuck der anfangs aus Augsburg und Nürnberg kam, wurde im 16.-19.Jh von sieb. Goldschmieden hergestellt.

Der Borten
Ein gesticktes Haarband – aus dem der „Borten“ einst hervorgegangen ist - schmückt bezeichnender Weise das Haar. Etwas niedriger und anders verziert findet sich „die Borta“ in der Tracht der Sorben. Ähnliche Formen kannte man in Niederbayern, Nord-Friesland, Sachsen-Altenburg, Schweiz. Die konfirmierten Mädchen tragen zum Kirchgang den Borten, sonst tragen sie ein 5 – 7 cm breites Haarband „de Mäsch ämt Hift“, oder ein gemustertes, bunt gewebtes Seidenband Patir genannt. Mancherorts ist der Patir auch auf Samt gestickt.

Das Band wird um den Kopf gelegt im Nacken gekreuzt und hängt vorne bis zum Gürtel.

Am Hochzeitstag darf die Braut den Borten zum letzten Mal tragen. Er ist das Zeichen ihrer Unschuld.

Der Brautborten hat einen riesigen aus Kunstblumen errichteten Aufbau der wie ein Triumphbogen in die Höhe strebt oder ein Myrtenkränzchen

Das weiße „Knäppdeach“ wird von den Frauen bis ins hohe Alter getragen.

Das genetzte Häubchen tragen die Michelsbergerinnen jung und alt sogar alltags unter dem Strohhut. Auch ihr Bockelhäubchen ist genetzt.

Rüschenhäubchen werden von kleinen Mädchen, mancherorts auch den Schulmädchen getragen.

Die Kopfbedeckung der Männer und Burschen besteht im Sommer aus einem runden schwarzen Filzhut, dessen schmale Krempe mit einem bunt bestickten, schwarzen Samtband geschmückt ist. Im Winter tragen jung und alt eine Lammfellmütze.

Quellen:
Luise Treiber Netoliczka: die Trachtenlandschaften der Sieb. Sachsen
Julius Bielz: Portul popular al sasilor din Transilvania
Dr. Gerda Bretz-Schwarzenbacher: Die Einheit in der Vielfalt der sieb.-sächsischen Volkstracht
Horst Klusch. Volkstrachten
Ortrun Scola: Die Festtracht der Sieb. Sachsen