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Trachtenschau 1979



Kleiner Einblick in "Trachtenschau 1979"

1845 wurde erstmals die größte Veranstaltung der Siebenbürger Sachsen, das Honterusfest, in Kronstadt gefeiert.



Der Fahnenträger rechts im Bild ist mein Vater. (1935)

Wer ein aussagekräftiges Bild besitzt, den bitte ich hiermit um eine Kopie für diese Homepage. (72 dpi Bildbreite 15cm.)

In der Kriegszeit untersagt und danach von der Regierung verboten, hatte die Lehrerschaft des Honterusgymnasium dennoch mehrfach versucht, die Tradition des Schulfests wieder zu beleben.

Mitte der 50er Jahre veranstaltete die Lehrerschaft des ehemaligen Honterusgymnasiums einen Schulausflug aller Klassen in die nahe gelegenen Berge, wohin Familien und Bekannte dazukommen konnten. Das ging fünf Jahre gut. 1958 bei der Vorsprache um eine Genehmigung beim kommunistischen Parteisekretär Maxim Bergeanu war auch Hans Bergel, damals Redakteur der "Volkszeitung", zur Unterstützung von Schuldirektor Dr. Otto Liebhardt dabei.

Auf der Wiese beim Kleinen Hangestein hielt Herr Hans Bergel eine gewagte Rede. In den Anklageakten der Securitate befindet sich darüber ein Vermerk.

1959 fand das letzte Waldfest der Honterusschule statt. Die Ansprache hielt der damalige Schuldirektor Erwin Thot. In seiner Rede legte er den Schwerpunkt auf die Worte des Siebenbürgerliedes "und um alle deine Söhne schlinge sich der Eintracht Band." Danach sind bis 1992 solche Feste nicht mehr zustande gekommen.

1977 (18 Jahre später!) gelang es dem Direktor des Brukenthal Lyzeums Richard Schuller, in Zusammenarbeit mit dem deutschsprachigen Pädagogischem Institut in Hermannstadt, im Rahmen der Festlichkeiten der Vereinigung der rumänischen Fürstentümer, eine sächsische Trachtenschau in großen Kulturhaussaal zu veranstalten. Auswärtige Schüler erschienen in ihrer Heimatortstracht, die dem Publikum vorgestellt wurde.

Dieses war ein bahnbrechender Erfolg. Doch leider folgten aus politischen Gründen keine weiteren Veranstaltungen in Hermannstadt.

1978 sich auf die Genehmigung in Hermannstadt berufend, ging die Wochenzeitschrift "Karpatenrundschau" zusammen mit der Lehrerschaft des Honterusgymnasium daran, auch in Kronstadt eine Trachtenschau im Freien zu veranstalten.

1978 und 1979 wurden die Genehmigungen, nachdem auch rumänische und ungarische Tanzgruppen im Programm aufgenommen wurden, erteilt.

Da der traditionelle Honterus Festplatz nach dem Krieg verbaut worden war, wich man auf eine andere in der Noa gelegene Wiese aus.

1979 war ich dabei und "verewigte“ das "Trachtenschaufest" in einer Dia-Tonmontage.






Tanzgruppen, Chöre, und eine Blaskapelle aus den umliegenden sächsischen Gemeinden nahmen teil.
Die sächsischen Schüler und Schülerinnen von auswärts kamen in ihrer heimatspezifischen Tracht.



Der Journalist der Karpatenrundschau Horst Schuller Anger stellte die Trachtenträger



und das Spezifische ihrer Tracht vor.





Meine Maus machte die Tonaufnahme auf dem Kassettenrekorder.

Leider besaß ich damals kein Mikrofon (250 Lei = 250 €) und so bekam ich das Motorengeräusch des Rekorders auf das Band mit. Ich hoffe es nun über den PC endlich ausfiltern zu können.















Dieses war die Tanzgruppe, mit der sich Kronstadt bei Festveranstaltungen im In- und Ausland präsentierte.

Die Männer tragen die Tracht der Junii Albiori aus der Kronstädter Vorstadt Schei.

Die Originaltracht der Kronstädter Frauen der Junii gleichen der sächsischen Patriziertracht.

Diese Frauentracht wurde am Reißbrett entworfen.





Nach der Veranstaltung spielte die Blasmusik zum Tanz weiter, während die Schulkinder an Sportspielen teilnahmen.

2007 habe ich meinen Dia-Tonvortrag "Trachtenschau 1979 in Kronstadt" auf eine DVD gebrannt, die man bei mir abrufen kann.

Sie ist ein einmaliges Zeitdokument auslandsdeutscher Kultur, die im Auflösen begriffen ist.

Tel.: 0049 (0)821 565506


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Es ist begrüßenswert, dass die Schulleitung 1992 die Tradition des Honterusfestes wieder aufgenommen hat. Seither wird das Honterusfest nach Schulende in der Schulerau als Schulfest des Honteruslyzeums abgehalten.



2000 Honterusfest in der Schulerau.





Viel Freude bei den Schülern.
Was ich bei den Festbeteiligten vermisste war der deutsche Laut.

Diese Zeit ist unwiederbringlich vorbei.



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Die Kronstädter haben in ihrer neuen Heimat Deutschland das Honterusfest wieder aufgenommen. Alle zwei Jahre findet das Fest bei Pfaffenhofen an der Ilm statt.





Es ist ein Fest des Wiedersehens mit alten und immer älter werdenden Bekannten. Die Tradition der Quellenrede wird wie in der alten Heimat fortgeführt.

Die Alten sterben weg. Nur wenige Jugendliche kommen zu dieser Veranstaltung, weil sie dort keine Freunde treffen.

Die Zeit wo sich die Freundschaften bildeten, war für die damaligen Kinder 1990 noch nicht angebrochen.

Liebe trägt man im Herzen. So auch die Erinnerung an diese Festveranstaltung.

Bald weiss niemand mehr was sich alles hinter den Kulissen in der Zeit des Eisernen Vorhangs abgespielt hat.

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Meinen Dia-Vortrag,Trachtenschau 1979 mit Originalton vor Ort, habe ich auf DVD gebrannt.

Er ist ein einmaliges Zeitdokument 850jähriger auslandsdeutscher Kultur,
die im Auflösen begriffen ist.


Informationen bei

   E-Mail: Wilhelm.roth@gmx.de

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