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Erlebnisse Dia-Tonvorführung
Januar - März 1979




Erlebnisse Dia-Tonvorführungen:
Januar - März 1979


12. Januar Kronstadt
Im kleinen Saal der Redoute in rumänischer Sprache.





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? Januar
Vorführung im Fotoklub Kronstadt. (Fotoclub Brasov)
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5. Februar
Vorführung in Hermannstadt (Sibiu) im deutschsprachigen Pädagogischen Lyzeum.



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6. Februar
Vorführung in Schäßburg (Sighisoara)



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Im Februar 1979 wurde ich aus der Flugzeugfabrik für einen Tag freigestellt. Ich sollte beim Symposion der Direktoren der Regionalen Kulturkomitees auf Landesebene in Sacele bei Kronstadt meine Dia-Tonmontagen über ein Hirtenfest in Fundata "Nedeea muntilor" und das Volksfest der Mocani (Benennung der Rumänen) und der Tschangos (Benennung der Ungaren) in Sacele "Tirgul feciorilor" Burschenmarkt, vorführen.

Nach der Vorführung, brannte es mir auf den Fingern, auch die Dia-Tonmontage vom Zeidner Kronenfest zu zeigen.

Als ich den Direktor des Kulturkomitees des Kreises Kronstadt darauf ansprach, sagte er mir, das ginge nicht, weil dieses traditionelle Fest nur von den Sachsen gestaltet wurde.

Laut damaligen Bestimmungen durften "Volksfeste der Minderheiten nur gemeinsam mit der rumänischen Bevölkerung veranstaltet werden, wobei man letztere auch ins Programm einbinden müsse." Dieses war auch eine der Maßnahmen der damaligen kommunistischen Regierung, um eine einheitliche „Sozialistische Nation“ zu bilden. In diesem neuen ethnischen Gebilde sollten dann die verschiedenen nationalen Minderheiten aufgehen. Damit aber wurde nichts anderes als eine latente Romanisierung angestrebt.

Ja und die rein sächsische Kulturveranstaltung das "Zeidner Kronenfest" sollte ich nicht den Kulturverantwortlichen aller Landesregionen Rumäniens zeigen dürfen?
Das Zeidner Kronenfest war was Veranstaltungen, Tradition und Ordnung anbelangt nicht vergleichbar mit den zwei anderen Volksfesten die nichts anderes als einen Markttag als Grundlage hatten wohin man von außerorts Volkloregruppen auf einer Bühne auftreten lies.

Das ging mir gegen den Strich.

Plötzlich lief mir der rumänische Kulturverantwortliche für Zeiden über den Weg.
"Hallo sollte ich auch ihre Kulturaktivität in Zeiden vorführen?"
"Haben sie die Dias dabei?"
"Ja. "

Sein Ego hatte angebissen.

Er trat vor den Bühnenvorhang und fragte laut in den Saal hinein "Vreti sa vedeti sasii mei?" (Wollt ihr meine Sachsen sehen?) Aus dem Saal kam es im Chor zurück: "Vrem sasii!! Vrem sasii!" "Vrem sasii!!" ("Wir wollen die Sachsen!" "Wir wollen die Sachsen!" "Wir wollen die Sachsen!")

Und sie bekamen die Sachsen vertreten durch die Zeidner mit ihrem Kronenfest zu sehen. Eine Veranstaltung mit eine über 100 jährigen Tradition.

Nach der Vorführung stapelte ich einen Haufen von Achtungsbekundungen über die Siebenbürger Sachsen auf meinem Aufboden wo schon andere dahinsichten.

Von nun an waren mir alle Türen Rumäniens für meine Kulturveranstaltungen mit meinen Kunstwerken geöffnet und das war wichtig!!

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15. Februar Reps









Während der Vorführung des Zeidner Kronenfestes hörte ich eine alte Frau sagen:



"Was für Männer!"

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Ende Februar unternahm ich eine Tournee mit meinen Dia-Tonvorführungen in meiner Resturlaubszeit von 1978, durch folgende Siebenbürgisch Sächsische Ortschaften, wobei ich im Kurort Geoagiu Bai (Schlangenbad) mein Stammquartier aufschlug.

27. Februar 19 Uhr Mediasch
01. März Schlangenbad (Geoagiu Bai)
02. März Benzens (Aurel Vlaicu)
03. März Schlangenbad
03. März in der Nacht am Korridor im Schlangenbad
04. März 16 Uhr Rumes Kindervorführung (Romos)
04. März 18 Uhr Rumes Erwachsenenvorführung.
05. März Broos (Orestie)
06. März 17 Uhr Mühlbach (Sebes)
06. März 19,30 Uhr Petersdorf (Petresti)
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27. Februar Mediasch







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1. März Geoagiu Bai (Schlangenbad)



"Von den Sachsen haben wir bis jetzt kaum etwas gewusst," wurde mir nach der Vorführung immer wieder gesagt.

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2. März Vorführung in Benzens (Aurel Vlaicu)
Kein Bildnachweis. (Rumänisches Publikum)

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3. März Geoagiu Bai (Schlangenbad)

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3.März
Schlangenbad (Geoagiu- Bâi) 22 Uhr im Korridor des Hotels.



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4. März
Rumes, der Ort woher der Mühlbacher Namenlose Student stammt, der 1438 aus Mühlbach in türkische Gefangenschaft als Sklave verschleppt wurde, wo er 20 Jahre verbrachte und danach sein Türkenbüchlein in Rom niederschrieb. Er wird als erster nachgewiesener Schriftsteller der S. Sachsen angesehen. Sein Werk ist einer der bedeutendsten Beiträge zur Orientalistik.

15-16 Uhr Nachmittagsvorführung vor Schulkindern.





Danach 19-20 Uhr Erwachsenenvorführung.

Der Saal war ungeheizt. Die Menschen saßen in ihren dicken Wintermänteln.
Nach der Vorstellung kam ein altes Mütterchen am Stock mit einem Kissen unter dem Arm zu mir nach vorne. Sie fasste nach meiner Hand und stammelte: "Herr Roth, unser Maibaum, unser Maibaum!" Dann schnürte sich ihre Kehle zu und Tränen rannen über ihre Wangen.

Es war die schönste Danksagung die ich jemals bekommen habe."

Obwohl ich mich bei der rumänischen Kulturreferentin des Dorfes angemeldet hatte, stand ich nach der Veranstaltung ohne Überachtungsmöglichkeit um 20 Uhr 30 auf der Dorfstraße.

Ich hatte noch keine Erfahrung was man in so einem Fall macht. So blieb mir nichts anderes übrig als bei klirrender Kälte, meinen Diaprojektor auf den Einkaufwägelchen, auf dem Rücken meine Lautsprecher, Verstärker im Rucksack und den Dias in der Seitentasche, 5 km Winter-Nachtwanderung auf verschneiter Landstraße bis zur Bahnstation Geoagiu Bai, anzutreten.

Mit meiner Treppe im Kniegelenk und Meniskusoperation war das eine gewagte Sache da ich bis damals so eine Strecke nicht zurückgelegt hatte und ständige Schmerzen hatte. Ich kam zum Glück rechtzeitig mit dem Nachtschnellzug in der Bahnstation an, sodass ich den Bus erwischte der die Kurgäste in den 20 Km entfernten Kurort brachte.

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5. März Broos.
Dieses sind 10 % der Deutschen Bevölkerung 1979 des Ortes.



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6. März
17 Uhr, Mühlbach.



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6. März
19,30 Uhr Petersdorf.




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Danksagung des Regionalen Kulturkomitees Hunedoara für die Vorführungen der Dia-Tonreihe "Burzenland in Festgewand" in den Schlangenbad (Geoagiu- Bai) Kulturhäusern aus Broos (Orastie), Rumes (Romos) und Benzenz (Aurel Vlaicu).



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? März
Vorführung in Heldsdorf (Halchiu)







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Dieser Auszug der Bekanntmachung meiner Aktivität durch den Journalisten Hans Schuller von der Landestageszeitung „Neuer Weg“ Rumäniens, sagt einem Kenner Siebenbürgens und der damaligen Zeit mehreres:

Hier sieht man mehrere Beispiele des Anfangs der `70er Jahre in Rumänien betriebenen „Ortsnamen- Chauvinismus“.

Zur der Zeit als dieser Artikel geschrieben wurde, war die öffentliche Verwendung eines Großteils der deutschen Ortsnamen wie hier ersichtlich verboten. Schilder mit deutschen Orts oder Straßennamen waren Tabu. Wenn man in ein Dorf hinein fuhr erahnte man durch den Häuserbau das man in einem sächsischen oder schwäbischen Dorf war.

Wie man hier sieht durften folgende Ortschaften nur mit rumänischen Ortsnamen in der Presse geführt werden.

Ghimbav = Weidenbach
Codlea = Zeiden
Brasov = Kronstadt
Sibiu = Hermannstadt
Geoagiu = Schlangenbad
Sebes = Mühlbach
Orastie = Broos
Halchiu = Heldsdorf

Obwohl folgende Orte deutsche und rumänische Ortsnamen hatten durften ihre deutschen Ortsnamen verwendet werden.

Mediasch = Medias
Schäßburg = Sighisoara
Reps = Rupea
Rumes = Romos
Petersdorf = Petresti

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Ersichtlich ist, dass ich innerhalb von drei Wintermonaten 16 öffentliche Veranstaltungen in 13 Ortschaften gehalten habe. Dieses in meiner Freizeit, wobei ich mit dem Zug Hunderte von km zurückgelegt habe. Ein Auto war für unsere damaligen Einkünfte nur ein Traum und so musste ich sehen wie ich mit meinem Gepäck weiterkomme.

Die Adressen von Gewährsleuten, die vor Ort das Nötige vorbereiteten, hatte ich von der Redaktion der Zeitschrift „Karpatenrundschau“ erfragt und angeschrieben.

Hiermit schicke ich, nach 27 Jahren, denjenigen die damals meine persönliche Kulturarbeit unterstützt haben und auch Jahre später noch unterstützten, meinen bei den Veranstaltungen erhaltenen Dank in die Welt hinaus.