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Herbst 1978
Erste Dia-Tonvorträge."
22. Nov. Vortrag in Zeiden
30. Nov. Vortrag Kronstadt
? Dez. Vortrag Zeidnen



Herbst 1978
Erste Dia-Tonvorträge der Serie
"Burzenland im Festgewand."


Am 22. November 1978 erfolgte meine erste öffentliche Dia-Tonvorführung mit selbst gebauter Apparatur in der Ortschaft Zeiden (Codlea).

Zeiden? Ja, und da wurde ich auch schon mit einem politischem Problem konfrontiert.

Anfang der 70er Jahre betrieb Rumänien einen „Ortsnamen - Chauvinismus“. Nur die deutschen Ortsnamen die mit den rumänischen ähnlich waren, durften verwendet werden.

Zeiden hatte die einzige deutsche Bürgermeisterin in Rumänien und diese hatte bei ihrer Begrüßungsansprache zweimal "Stadt Zeiden" gesagt.

Was mache ich mit meiner Dia-Tonmontage? Mit der durfte ich so nicht in die Öffentlichkeit gehen. Daraus hätte ihr ein Strick gedreht werden können.

Anruf beim Organisator des Kronenfestes, Herrn Lehrer Gotthelf Zell und mein Leid geklagt. Herr Zell war vor Freude nicht zu halten.
"Bringen sie es Herr Roth, bitte bringen sie es so, wie es die Bürgermeisterin gesagt hat".

Es war ein Akt von Zivilcourage den diese Frau geleistet hat.

Was für Komplikationen gehe ich hier ein?
Nun gut ich muss in der Hölle ein Lichtlein anzünden. Wenn das ohne Komplikationen gelingt, habe ich die erste politische Hürde genommen.

So kam es, dass der Stapellauf, meiner neuen Kulturtätigkeit, in Zeiden startete.









Die Reaktion der Anwesenden war überwältigend.

Ich gab mir Rechenschaft ein Mittel gefunden und im Griff zu haben, mit dem ich Kulturleben festhalten und weiterreichen konnte.





Den Namen Brasov, den der Journalist anstelle von Kronstadt hätte einsetzen müssen, hat er geschickt umgangen, indem er Zinnenstadt verwendete. (Zinne ist der Hausberg von Kronstadt)

Anstelle von „Codlea“ wurde auf die Bezeichnung "Blumenstadt" ausgewichen. Bei Hermannstadt verwendete man die Bezeichnung: "Die Stadt am Zibin usw." Bei Überschriften, die ins Auge sprangen, ging das nicht.

28 Jahre später wurde ich von Dr. Claus Stephani aufgeklärt was erlaubt und was nicht erlaubt war.
Gestattet war nur die Attributiv-Verwendung. Das heißt das man." Die Zeidner Blasmusik" verwenden durfte aber nicht „Zeiden" als Ortsname.

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8 Tage später hielt ich meine zweite Vorführung diesmal im Rahmen der
deutschsprachigen Vortragsreihe der kulturell-wissenschaftlichen Universität Kronstadt.



Hier in der Aula des Honteruslyzeums, wo in Kronstadt die deutschsprachige Vortragsreihe, der Kulturell-wissenschaftlichen Universität Kronstadt abgehalten wurde, schließt sich der Kreis.

Die Samenkörner, die der Diavortrag eines Schäßburger Professors 1957 über siebenbürgisch sächsische Trachten, in der Aula des Honteruslyzeumsgehalten und die Dias von Dr. Claus Stephani von einem Volksfest mit Aufmarsch in Urwegen, die in mein Herz gedrungen waren, hatten gekeimt und ich hatte keinerlei Aufwand gescheut, damit sie aufgingen und zu wunderbaren zeitdokumentarischen Blüten gediehen, an denen sich viele Menschen auch nach einem halben Jahrhundert erfreuen.

Ich war bereit diese Kultursparte, auf maximalem künstlerischem und technischem Niveau, weiter zu führen.

Dabei hatte ich ein neues Tor in Rumänien aufgestoßen und bin 4 Jahre diesen eigenen Weg in Rumänien gegangen: "Das Sammeln und Vorführen von Brauchtum in Dia und Ton in Überblendtechnik." Eine Kulturvermittlung die, wie ich 1982 in Deutschland feststellen konnte, auch hierzulande weitgehend unbekannt war.

Trotz meinen Bemühungen auch andere Kunstfotografen dazu zu bewegen, ist mir niemand gefolgt.

Ich war mir bewusst, dass ich Zeitdokumente schaffe und habe mich mit all meinen Kräften und verfügbaren finanziellen Mitteln meiner Familie, dieser Aufgabe gestellt.



Der Anfang war gemacht. Im Dezember 1978 wiederholte ich die Vorführung in Zeiden.