Sie sind der
GOWEBCounter by INLINE Besucher



Rückblick in meine Foto-Pionierzeit vor einem halben Jahrhundert.









Rückblick in meine Foto-Pionierzeit
vor einem halben Jahrhundert.


Fotolabor Marke Eigenbau

Ab 1954 beschäftigte ich mich mit Fotografie, welche mein zweites illegales finanzielles Standbein wurde und sich später zu meinem Kulturschaffen entwickelte.

Da die nötigen Apparaturen zum Ausarbeiten der Fotografien sehr teuer waren, sah ich mich in Fotolabors um und kam zur Schlussfolgerung: so etwas kannst du dir doch selber bauen.

Die Dunkelkammerleuchte
Die bastelte ich aus einer Kartonschachtel mit einer 15-W-Birne und einem roten durchsichtigen Papier. Die Wärme der Birne war zu schwach um die Kartonschachtel, mit abgeblendeten Lüftungsöffnungen, zu versengen.

Fotokopiergerät
Zum Direktabzug von 4,5 x 6, 6 x 9, und 9 x 12-cm-Negativen im Kontaktverfahren habe ich mir einen Apparat aus einer Holzschachtel gebaut.

Da es in Handel inaktive Rotlichtbirnen, auf die das Fotopapier nicht reagiert, nicht gab, bemalte ich eine 25 Watt Birne mit roter Lackfarbe die aber mit der Zeit, wegen der Hitze, rissig wurde und oft erneut angestrichen werden musste.

Für die Beleuchtung verwendete ich eine 40 Watt Mattbirne.

Um die Helligkeit des Lichtes auf die ganze Filmbühne gleichmäßig zu streuen, setzte ich darüber 2 Mattgläser.

Im Deckel der Holzschachtel sparte ich ein Fenster von 13 x 15 cm aus in welches ich normales Fensterglas einsetzte. Dieses war meine Filmbühne.

Aus schwarzem Papier schnitt ich Randmasken von verschiedener Größe aus, die ich zwischen Film und Fotopapier legte und somit den gewünschten weißen Rand erstellte.

Vergrößerungsapparat
Zum Bau des Körpers des Vergrößerungsapparates benützte ich eine Gasmaskendose.

Eine Kondensorlinse zur Strahlenausrichtung für gleichmäßiges Ausleuchten des Negatives hatte ich nicht und war auch im Handel nicht erhältlich. So zerschlug ich einen kugelförmigen Lampenschirm aus Milchglas und beschnitt den Scherben, in einem Eimer voll Wasser eingetaucht, mit einer Schere zu einer runden Scheibe. Das Wasser übernahm die Spannungen wodurch man, indem man die Ecken stutzte, eine brauchbare runde gewölbte Mattscheibe erstellen konnte, mit der man ein diffuses Licht erhielt

Das diffuse Licht ergab eine weichere Fotografie als die, die man mit einem Kondensor (2 plankonkaven Vergrößerungsgläsern) erhielt.

Selbstverständlich waren die Ecken der Fotografie etwas dunkler. Auch heutzutage erhält man Aufnahmen, die mit einfachen Objektiven gemacht wurden, mit etwas dunklere Bildecken geliefert.

Die mit diesen Geräten erstellten Fotografien waren in einer Größe von 6x9 und 9x12cm zu gebrauchen.

An dem Leuchtkörper (Gasmaskendose) befestigte ich einen Plattenfotoapparat, mit doppeltem Balgenauszug.

Die Linsen dieser Objektive waren mit Perubalsam zusammengeklebt. Nach längerem Einsatz entwickelten sich wegen der Hitze der Birne Luftblasen zwischen den Linsen des Objektivs, was die Bildschärfe bei stärkeren Vergrößerungen beeinflusste.

Belichtungszeituhr
Um dieselbe Belichtungszeit wie beim Probestreifen zu erzielen, benützte ich ein Pendel bestehend aus einer Mutter, die ich an einem 15cm langen Faden aufhängte und dessen Ausschläge ich mitzählte.

Als Hobby-Elektroniker bastelte ich mir später mit 2 Transistoren und einem Relais eine Zeitschaltuhr.

Chemikalien
Die nötigen Lösungen stelle ich mir oft aus veruntreuten Chemikalien zusammen, die unter der Hand verscherbelt wurden. Nur für die Filme verwendete ich aus dem Fotogeschäft gekaufte Lösungen weil das der Ausgangspunkt für eine gute Fotografie war

Hochglanz
Um die Fotos auf Hochglanz zu bringen, legte ich sie nass auf ein ausgehängtes Fenster, welches ich vorher mit Brennspiritus reinigte und mit etwas Talkpuder abrieb. Auf die Bilder kam ein Zeitungsblatt, welches das überschüssige Wasser beim Andrücken mit der Gummiwalze auf das Glas, aufnahm. Waren die Bilder über Nacht getrocknet, so sprangen sie leicht ab und hatten einen perfekten Glanz. War das Glas nicht perfekt gereinigt, blieben die Fotografien an der Glasscheibe haften und mussten mit Wasser aufgeweicht werden.

Später baute ich mir eine doppelte Trockenpresse mit elektrischem Heizkörper und Hochglanzfolien.

Blitzgerät Anfang der 60er Jahre
Dafür hatte ich eine Blitzröhre aus der Consignatia (Antik- und Gebrauchtwarengeschäft) gekauft. Trotz Bedenken, wegen der Isolation, war es mir gelungen, einen brauchbaren Hochspannungsautotransformator für die Zündung zu wickeln.

Als Energiequelle verwendete ich Kondensatoren von Radioapparaten, die sich bis auf ihre höchstzulässige Spannung von 300V aufluden. Diese hatte ich in einen Sperrholzkasten eingebaut, damit ich bei einer eventuellen Explosion nicht verletzt würde.

Dieses Kästchen DIN A4 Größe trug ich um die Schulter gehängt. Spannungswandler zum laden der Kondensatoren aus Batterien waren für mich unerreichbar. So steckte ich meinen Anschlussstecker direkt in die 220V Steckdose. Dies ging in den Räumen, wo ich blitzen musste, und sich ein Holzfußboden befand, weil mein Fotoapparat der Erde gegenüber ein Spannungspotenzial von 220V hatte. Nun gut, ich wusste das und konnte mich diesbezüglich verhalten. Musste ich auf unisoliertem Boden mit dem Blitz fotografieren so lud ich ihn in einem Zimmer mit Holzfußboden auf, oder kniete auf einem Stuhl mit Holzfüßen und zog, nachdem die Kondensatoren aufgeladen waren den Stecker aus der Steckdose und lief an den Ort wo ich die Gruppe dann fotografierte.

Jahre später, kaufte ich mir einen Vergrößerungsapparat (Krokus) für Negative bis 9 x 12cm. Langsam kam dann auch die andere nötige Ausrüstung dazu.

Entwicklung von Diafilmen
In den 70er Jahren beschäftigte ich mich mit der Entwicklung von ORWO Diafilmen (DDR). Dazu baute ich mir aus einem Plastikrohr eine Entwicklungsdose, in der ich 6 Filme auf einmal entwickeln konnte. Das große Problem war, dass der Farbentwickler eine konstante Temperatur von 20 Grad benötigte. Die erlaubte Abweichung betrug + - 0,2 Grad, was besondere Klimmzüge erforderte.

Diaprojektor mit Überblendung
1979 baute ich mir einen Diaprojektor mit Überblendung für meine Vorträge und die nötige Tonverstärkung für die Tonuntermalung bei der Projektion.

Mann muss sich nur zu helfen wissen.

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::