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Rückblick in meine Foto-Zeit
vor einem halben Jahrhundert


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Handel
Freude erkaufen
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Finanzamt.
Ja da konnte man sich anmelden und durfte dann mit Fotografie Geld verdienen. Doch leider wurde einem eine Pauschalsteuer von 10.000 Lei im Jahr abverlangt. Das waren damals 9 Monatsgehälter von mir Alleinverdiener.

Wir lebten mit unseren 2 Kindern in einem Zimmer von 18qm. und Küche 2qm. Mit anderen Worten keine Studiomöglichkeit. Also hoffte ich nur dass man mich nicht erwischt wenn ich bei Hausbesuchen und Hochzeiten fotografierte und die Bilder danach verkaufte.

Und dann kam der Tag, wo mich Marianne verzweifelt im Dienst anrief und sagte dass ein Finanzbeamter mit einer Begleiterin bei uns Hausdurchsuchung gemacht habe und Fotografien aus unserem Fotoalbum herausgerissen und mitgenommen haben.

Das war wie ein Blitzschlag aus heiterem Himmel. Wen kannte ich beim Finanzamt? Was kam auf uns zu.

Von einem mir bekannten Finanzer erfuhr ich das eine Steuernachzahlung für ein Jahr 10.000 und eine zusätzliche Strafe von 5.000 Lei fällig war. Also 15.000 Lei, über ein Jahreseinkommen von mir Alleinverdiener einer vierköpfigen Familie !!!!

Herrgott wie komme ich da durch?

Mein Versuch an den Mann heranzukommen blieb ohne Erfolg. Marianne hatte sich zu stark gewehrt als er die Farbfotos die uns Verwandte aus Deutschland geschickt hatten aus unserem Fotoalbum quasi als Beweismaterial das wir mit unserer Apparatur auch Farbfotos machen würden, (was höher besteuert wurde), herausgerissen und mitgenommen hatte. Also da konnte nur auf höherer Ebene noch etwas eingerenkt werden.

Ich fand heraus das die Frau des Finanzabteilungsleiters auch im selben Unternehmen wie ich arbeitete und oft auch Fotografien von mir gekauft hatte. Der Kontakt war hergestellt.

Wie wird aber eine eingetragene Anzeige die durch eine Kontrolle bestätigt ist wieder gelöscht? Ich bat um Einsicht in die Anzeige. Darin stand mit der Schreibmaschine geschrieben „Unterzeichneter Günther Schromm bringe ihnen hiermit zur Kenntnis dass Herr Roth.....“ Nein das konnte nicht sein. Und war es auch nicht.

Von meinem Arbeitskollegen Günther Schromm erhielt ich gleich eine schriftliche Bestätigung das er nicht die Anzeige gemacht habe. Damit konnte die Anzeige rückgängig gemacht werden.

Aber wer war der Übeltäter? Wem hatte ich auf die Füße getreten? Ein Schriftvergleich der mit der Schreibmaschine geschriebenen Anzeige mit meiner Korrespondenz brachte es ans Tageslicht.

Der Übeltäter war der Zuständige für technische Neuerungen des Unternehmens in dem ich arbeitete, der einen Rüpel vom Ministerium aus Bukarest bekommen hatte, weil man in Kronstadt einen Neuerungsvorschlag von mir zurückgewiesen hatte, der sich in Nachhinein als eine Erfindung erwies.

Die Nachricht von der Anschwärzung verbreitete sich bald im Unternehmen. Nach kurzer Zeit hat er das Unternehmen verlassen.

Mich hat die Angelegenheit Nerven und einen Monatslohn Bestechungsgeld gekostet.



Handel

Auf einer Reise in Prag (60er Jahre) wollte ich ein verschiebbares Maskentablett für den weißen Rand der Fotografien für 60 Kronen kaufen, hatte aber um 5 Heller (Cent) nicht genug. Der Verkäufer, der gebrochen deutsch sprach, tat das Tablett wieder zurück.

Darauf habe ich im nächsten Tabakladen ein Päckchen rumänischer Zigaretten für 5 Kronen verkauft und bin wieder ins Fotogeschäft gegangen. Diesmal hat mich eine Verkäuferin bedient.

Nach dem Bezahlen gab ich ihr eine 1 Krone und sagte ihr (sie sprach deutsch) sie solle sie ihrem Kollegen geben. Als sie es tat und er mich dabei ansah, klopfte ich mit einem Finger auf meine Wange.






Freude erkaufen

Vor ein paar Tagen sah ich ein Buch am Flohmarkt dass mich interessierte. „Was Kostet das Buch?“ „Vier Euro.“ „Ich will aber nicht vier Euro geben.“ „Was wollen sie geben?“ „Fünf Euro.“ Sie sah mich komisch an und dann lachten wir beide. Sie bekam die fünf Euro und beide hatten wir unser Freude die mich 1 Euro gekostet hat. Jeden Tag eine gute Tat, war in meiner Jugend mein Wahlspruch gewesen. Als ich noch einmal bei diesem Verkaufsstand vorbeikam lachten wir uns zu. Mit wie wenig man sich und andern ein bischen Freude bereiten kann.