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Kulturarbeit April 2005.
Vortrag St. L. Roth
Marianne und die drei Säulen
Genealogie
Stammbaum Asnath Mederus
Vorbereitungen für Muttertag
Schautafelausstellung in
Hermannstadt.



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Kleiner Einblick in April 2005

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Vortrag über Stefan Ludwig Roth Teil II, Referent Pfarrer Mathias Pelger.

Organisiert und mit Voranzeige in der Sieb Zeitung, Augsburger Allgemeinen sowie im Gemeindebrief der St. Andreaskirche angekündigt. Plakate erstellt und bei der St. Andreaskirche eine Woche vorher ausgestellt.

Am Vorabend über 60 persönliche Einladungen per Telefon durchgeführt.

Nach dem Vortrag, Bericht zur Veröffentlichung an die SbZ. Zeitung verfasst und abgeschickt.

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SbZ
Vortragsreihe in Augsburg

„Bei St. L. Roth stellt man sich als Referent nicht die Frage was bringe ich über ihn, sondern was lasse ich weg“ mit diesen Worten eröffnete Pfr. Mathias Pelger seinen Vortragsabend.

Kein Wunder, wenn man das Leben des Pfr. Mathias Pelger betrachtet: in Meschen geboren, in Mediasch das Stephan - Ludwig -. Roth - Gymnasium besucht, in Klausenburg studiert, einen Sommer in Nimesch als Pfarrvertreter gewirkt. So waren die Stationen des Lebens von St. L. Roth, auch Stationen des Referenten, den diese hervorragende Person seit der Kindheit faszinierte.

Es war nicht nur eine Aufreihung von Lebensdaten des Märtyrers die wir zu hören bekamen, sondern auch ein Einblick in den Menschen, der immer wieder mit seinen fortgeschrittenen Ideen gegen Wände des Unverstandes seiner Landsleute angelaufen war. Dazu die Tragik, des Verlustes zweier Ehefrauen und dreier Kinder. Er ertrug das alles unter seiner Leitidee „Gott bürdet mir nicht mehr auf, als ich tragen kann.“ Wenn er auf Unverständnis stieß und seine Ideen nicht verwirklichen konnte stellte er sich jedes Mal die Frage: „Gott hat mich hergestellt, wie kann ich ihm da dienen?“.

Jeder der Anwesenden hat einmal über St. L. Roth in seinem Leben gelesen aber aus keiner Buchlektüre trat der Mensch als solcher so in Erscheinung wie ihn der Referent gebracht hat. Wir danken dem Pfr. Mathias Pelger für seinen intensiv, minutiös vorbereiteten Vortrag.

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Veranlasst dass die fehlerhafte Darstellung unserer Kulturaktivitäten auf der Webseite der Großveranstaltung in Augsburg „PAX 2005“ richtig gestellt wurde.

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Marianne und die drei Säulen

Als wir uns kennen lernten und am ersten Abend abcheckten, stellten wir fest dass wir drei gemeinsame Interessengebiete hatten. Geschichte, Touristik und Fotografie. Nach bald einem halben Jahrhundert sind es noch immer unsere gemeinsamen drei Säulen geblieben.

Was haben wir Rucksackdeutsche (Spätaussiedler) die 70 kg vorgeschriebenes Gepäck pro Kopf mitbringen durften für Wertsachen mitbringen können? Es sind Scherben unserer gelebten Kultur. Wir kitten sie so weit wie möglich zusammen, bedienen uns ihrer und stellen sie zur Schau. Dies im Bewusstsein das wir ein kultureller 850 jähriger deutscher Farbtupfer auf der Palette Europas sind, der in Kürze verblassen wird.

Mein größter Schatz ist mein Mariannchen. Sie hat es nicht immer leicht mit mir, der immer gleichzeitig mehrere Vögel im Nest hat und es zum Streit kommt wenn sie, um meine Gesundheit zu schonen, den einen oder den andern Vogel totschlagen will.

Ihr gebührt mein Dank. Ohne ihre Unterstützung hätte manches was in dieser Homepage angesprochen wird, nicht durchgezogen werden können.


Marianne hier ein ÖFFENTLICHES DANKE.




Genealogie
Stammbaum Asnath Mederus


Marianne beschäftigt sich mit Genealogie. Darum haben wir der Einladung zu der Tagung ins Schloss Horneck, Gundelsheim am Neckar zugesagt. Obwohl sie nur die eigene Familie bearbeitet sind wir nicht mit leeren Händen erschienen.



Sie berichtete über den Stammbaum der Familie Hans Herman (bekannt als Grafiker) und Asnath Mederus (1663 – 1737) die in einem Gemälde in der Kanzlei der Schwarzen Kirche in Kronstadt mit ihren Eltern abgebildet ist.



Asnath Mederus



Stammbaum

Asnath Mederus (1663-1737)
geb.: 19 Juni 1663 / gest.: 11 November 1737 in Kronstadt

Ehemann 1 Johann Chrestels (1653 - 1686)
geb.: 1653 / verh.: 16 Juni 1680 / gest.: 24 Sept. 1686 in Kronstadt
Kind Samuel Chrestels / geb.: 5 Juli 1684 in Kronstadt
Kind Sara Chrestels / geb.: 30 November 1687 in Kronstadt

Ehemann 2 Paul Waldhütter (? - 1692)
geb.: in Hermannstadt / verh.: nach 1688 / gest.: 1692 in Hermannstadt

Ehemann 3 Samuel Kölescheri (1663 - 1732)
geb.: 18 November 1663 / verh.: 1695 / Heirats-Auflösung 2 Januar 1715 / gest.: 24 Dezember 1732 in Hermannstadt

Asnath war die erste sächsische Gymnasiastin zu einer Zeit als die Mädchen zwar angehalten wurden zur Schule zu gehen, aber nur den Katechismus lesen und Kirchenlieder singen und beten lernten und nur falls sie Lust zeigten schreiben und rechnen lernten. Ihr Bruder zog zur Hochschule nach Leipzig und sie heiratete auf Drängen ihrer Mutter mit 17 Jahren den Magistratssekretär Johann Chrestels vermutlich 1653 geboren und 24.9.1686 gestorben.

Sie hatte 2 Kinder von ihm. Samuel 5.7.1684 geboren und Sara 30.11.1687 geboren, als Patin eingetragen Frau Martha, Pauli Greisings hinterlassene Witib., ( das war ihre Verwandtschaft. Frau des ersten Sohnes des ersten Gatten ihrer Mutter) Vater Johann Chrestels, Mutter nicht mit Vornamen eingetragen. Ihr Hochzeitsdatum habe ich gefunden weil sie am 11.2.1688 in Kronstadt "ein türkisches Mägdlein Euphrosina zur Taufe bringt". Sie muss 1688 schon Witwe gewesen sein, lässt sich im Taufregister in der Rubrik Mutter eintragen, daneben steht "seit 16.6.1680 mit Johann Chrestels verheiratet". Sie wurde im Witwenstand kritisch beobachtet denn sie machte als Witwe der Kirche ein Geschenk. Die Prediger dankten ihr und schrieben dazu Gott möge alle ihre Feinde und die Ihres guten Rufes strafen.

1688 heiratet sie den Hermannstädter Paul Waldhütter von dem sie auch einen Sohn hat, angeblich stirbt auch der als Kind. 1692 mit 29 Jahren ist sie zum zweiten mal Witwe.



1695 heiratet sie den Gubernialarzt Samuel Kölescheri, der sehr angesehen, vielleicht inzwischen auch vermögend war, für den sie aber zu fortschrittlich war. Kölescheri wurde 1696 von Kaiser Leopold geadelt. Mit ihm erhielten auch seine Frau Asnath und sein Stiefsohn Samuel Mederus den Adelstitel!!! Erwähnung eines Sohnes, aber seltsamer Weise als Mederus und nicht Chrestels oder Waldhütter? Die Ehepartner hatten verschiedene Lebensanschauungen, z.B. verlangte sie von ihm in der Zeit der Pest, dass er sich waschen und umziehen solle, wenn er von Krankenbesuchen nach Hause kam. Er sah darin eine Anmaßung und lieblose Abscheu vor seiner Person, ja einen Scheidungsgrund, auch schlug er oft einen rauen Ton ihr gegenüber an, wollte es nicht haben dass sie über manche Dinge eine eigene Meinung hatte. Ja, er schlug sie sogar. Die letzten 7 Ehejahre waren sehr schlimm. 1715 wusste sie sich nicht mehr zu helfen, sie verließ das Haus und bat den kommandierenden Graf Steinwille in einem Memorial um Schutz und Hilfe gegen die Grausamkeiten ihres Ehemannes.

Daraufhin verklagte der sie beim geistlichen Ehegericht, bezichtigte sie der Geldverschwendung, der Hoffärtigkeit, der Unfruchtbarkeit (sie hatte von den beiden ersten Männern Kinder geboren) und gab ihr Vermögen das sie in die Ehe gebracht hatte nicht heraus, wodurch sie in große Not geriet und nicht mehr ihrem Stande gemäß auftreten konnte. Er heiratet erneut noch ehe der Prozess zu Ende ist. Es kam so weit dass Kölescheri beim Magistrat einen Ehrbeleidigungsprozess anstrengte. Dieser schickte 2 Senatoren zu ihr um sie zu verwarnen. Da er ihr Vermögen nicht freigab verlangte sie energisch am Wiener Hof eine Revision ihres Eheprozesses beim Hofrat Baußnern. 1717 reiste sie selber dahin. Dort wird sie sicher auch auf ihren Adelstitel gepocht haben. 1720 starb Kölescheris Gattin Lazar, er heiratet ein viertes mal. Erst nach 14 Jahren, 1731 ging der Prozess zu Ende, Asnath bekam recht. Kölescheri musste das Vermögen herausgeben, seine dritte und vierte Ehe wurden für ungültig erklärt, er musste die Prozesskosten tragen, ihr Schadenersatz zahlen, wurde eingesperrt und starb vor Aufregung 1731 am Schlagfluss, 68 Jahre alt.

Sie kehrt erst 1736 von Wien zurück. Ihre Herkunft und ihr Volkstum verleugnete sie dort nicht, ging immer in sächsischer Tracht, erwarb sich in hohem Grad die Gunst der Kaiserin. Auch Kaiser Karl VI (zweiter Sohn Leopolds 1685 - 1740, Vater Maria Theresias) beschenkte sie mit einer goldenen Gnadenkette. Für ihrer seltenen Gaben und ihre vornehme Erziehung fand sie am Hof mehr Verständnis, als in den engen kleinen Verhältnissen Hermannstadts. Erst 1736 kehrte sie nach Hermannstadt zurück, ordnete ihr Vermögen und macht ein Testament zugunsten der Nachkommen ihrer Halbgeschwister Greißing!! sollte der im Adelsdiplom erwähnte Sohn Samuel gestorben sein??

Sie starb am 11. Nov. 1736 in Kronstadt im Alter von 74 Jahren, im Schoße der katholischen Kirche. Das dürfte wohl die lange Zeit am Wiener Hof bewirkt haben.

Sie war eine fortschrittliche Frau, durchbrach die engen Schranken die jene Zeit um die Frau aufgerichtet hatte, ist kämpfend ins Leben hinaus getreten, hat sich gewehrt und sich geholfen.

Quellen:
1. Peter Seivert:Nachrichten von Siebenbürgischen Gelehrten (Ausgabe Pressburg 1785) ab Seite 234 im Kapitel Kölescheri von Keresch Eer
2. Im Kampf um Brot und Geist - Darstellung aus dem Leben und Entwicklung der deutschen Frau Siebenbürgens, herausgegeben von Oskar Wittstock d.Ä. Hermannstadt, 1927 Seite 50 - 62 : Der erste weibliche Gymnasiast von Marie Klein.
3. Corona CD Taufregister
4. Mitteilungen des Burzenländer Museums 5. Jg. 1944 Heft 1 - 4 Seite 44,45 Wappen Kölescheri



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In Schloss Horneck haben wir das Siebenbürgische Museum besucht und Informationen über Hafnerarbeiten für die Muttertagausstellung gesammelt.







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Danach machten wir eine Woche „Urlaub“ wobei wir einen kleinen Einblick in die Eifel bekommen haben wo man auch heute noch in manchen Ortschaften eine unserer Mundart, ähnliche- spricht.

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Zurückgekehrt folgten weiteren Vorbereitungen für die Ausstellung
„Die Ausstrahlung der Confessio Augustana nach Siebenbürgen“.

Schautafelausstellung in Hermannstadt.

Trotz meinen intensiven Bemühungen und Anklopfen an verschiedenen Türen ist es mir nicht gelungen eine Kopie dieser Ausstellung auch in Hermannstadt als Wanderausstellung erstellen zu lassen. Habe leider keine Idealisten zur Zusammenarbeit dafür finden können.

Die Schautafeln in Hermannstadt erstellt, hätten auch nach Mediasch, Birthälm, Schäßburg, Kronstadt, und andere Orte weitergereicht werden können.

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Vortrag für Mai vorbereitet.

Werbung, Voranzeigen in Presse, Plakate, Telefonaktion für den nächsten Vortrag der "Vortragsreihe Verständnis für einander".

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Voranzeige in der Sieb. Zeitung.

Vortrag Montag 2 Mai 19 Uhr.
Diesmal hat Pfarrer Michael Gross, von der Christuskirche in München, mit dem Thema „Das Augsburger Bekenntnis und die Identität der Siebenbürgisch- sächsischen Kirche.“ zugesagt. Alle Siebenbürger Sachse haben in ihren kirchlichen Unterlagen das Kürzel A.B.

Diesbezüglich mehr darüber zu erfahren ist ein besonderer Anlass. Heuer sind es 475 Jahre seit der Verlesung der Confessio Augustana am Reichstag in Augsburg und 450 Jahre seit dem Religionsfrieden in Augsburg der hier das ganze Jahr hindurch als PAX 2005 mit kulturellen Veranstaltungen begangen wird.
Dieser Vortrag wurde auf mein Ersuchen auch ins Stadt-Programm aufgenommen.

Der Vortrag findet wie immer im Gemeindesaal der St. Andreaskirche Eichendorfstraße 41 statt. Wir freuen uns auf ihr Kommen.

Willi Roth

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