Sie sind der
GOWEBCounter by INLINE Besucher



Bau eines Analoger Computer


Analoger Computer
für die Auswahl der zu Fotosalons eingesendeten Kunstfotografien


Computer, lat.: computare, zusammenrechnen. Ein Apparat, der mit Hilfe einer programmierbarem Rechenvorgang Informationen verarbeiten kann.

Einen Computer für die "Jurierung" hatte ich mir ausgedacht und zusammengestellt.

Danach projektierte Puiu das Gehäuse und Friedrich Schwab machte die Klempnerarbeiten.

Einen Monat später war das Gerät mit folgenden Parametern einsatzbereit:

Einstellbar für 3, 4, 5, 6, oder 7 Juroren.

Jede Person hatte ein Handstück mit 3 Tasten in verschiedenen Farben und Bezeichnungen.



Rote Taste R, zurückgewiesen.
Grüne Taste A, angenommen.
Gelbe Taste F, Arbeiten aus denen in nachlese die prämierten Arbeiten ausgewählt wurden.

Den gleichfarbigen Tasten aller Handstück, konnte man einen gemeinsamen Punktewert je nach Farbe zuordnen.



Auf dem Tisch vor der Jury wo die Kunstfotografien einzeln vorgestellt wurden befand sich unser Apparat mit 3 farbigen Fenstern. Je nach erreichten Punkteanzahl, deren Schwellwert man vorher einstellen konnte, leuchtete ein Fenster auf.

Rot, zurückgewiesen.
Grün, angenommen.
Gelb, in die Sparte der Nachlese der prämierten Arbeiten ausgewählt.

Es war eine harte Nuss für mich, einem Elektrotechniker der alten Schule, der nichts von Digitaltechnik verstand und darum einen analogen elektronischen Rechner sich ausdachte und baute.

Wenn ich bei meiner Entwicklung Kompromisse eingehen wollte stieß ich bei Puiu auf Granit. Er hatte sich eine mathematische Punkterechnung ausgedacht mit der man den Einfluss des Vertreters des Bestattungsinstitutes ausmerzen konnte. Daran gab es bei ihm nichts zu rütteln!

Als Schwellwertsensor hatte ich mir eine Methode der Widerstandsmessung bestehend aus 2 Brückensystemen ausgedacht, welche das Herzstück dieses Computers wurden.

Anstatt eines Galvanometers in einer Messbrücke hatte ich einen Transistorverstärker eingebaut, der bei einem negativen Spannungspotenzial beim Vergleich mit den voreingestellten Ohmschen Werten eines Brückenarmes eine Umschaltung auf ein nächstes Brückensystem bewirkte. Somit erzielte ich einen einstellbaren Schwellwertstufenschalter.

Das gleiche erreichte ich mit der dazu geschalteten zweiten Brücke die, je nach vorher eingestelltem Schwellwert, den nächsten Überschlag ausführte.

Dabei wurde die der erreichten Stufe zugehörige Glühbirne in einem der 3 farbigen großen Fenster eingeschaltet, und somit das Ergebnis der Bewertung der Fotoarbeit anzeigte.

Dem Rechner baute ich einen Speicher aus Relais die, die eingegebenen Punktwerte der einzelnen Personen memorierten und nachdem der Letzte sein Votum abgegeben hatte, den Rechner starteten.

Auch zeigte je ein Lämpchen in der oberen Reihe an, wer sein Votum abgegeben hatte. Dieses für den Fall, dass einer aus dem Staunen über eine gelungene Arbeit nicht mehr herauskam und vergas sein Votum abzugeben.

Bekam eine Arbeit eine Benotung die in die Kategorie der zur Prämierung ausgewählten gehörte, ertönte zur Aufheiterung der Anwesende ein Kuckucksruf.

Ja da gab es noch einige Probleme die uns nicht ruhig schlafen ließen. Der Speicher bestand aus 21 Telefonrelais.



Relais waren im Handel nicht erhältlich. Also besorgte sie Puiu aus dem Betrieb in dem er arbeitete. Mit andern Worten sie wurden juristisch gesehen aus Staatseigentum geklaut.

Für einen Diebstahl von Staatseigentum ab 100 Lei waren 2 Monate Haft fällig.

Ein Relais kostete 80 Lei. 80 x 21 Stück = 1.680 Lei. Dazu kamen alle anderen Materialien, die auch aus Staatseigentum gemaust worden waren. Wir hatten keinen anderen Ausweg und somit ein mulmiges Gefühl. Im freien Handel gab es dies Materialien im Jahre 1977 in Rumänien nicht. Dennoch haben wir unsere Idee verwirklicht.

Nach 4 Monaten Arbeit stand das Wunderding und wurde bei der dritten Kronstädter Biennale eingesetzt.



Dieses mal hatten wir zur Auswahl den Vorsitzenden der Fotografenkünstlergilde Rumäniens und andere Foto Korifeen mit internationalem Renommee, sowie jemanden aus der oberen Etage des Bestattungsinstituts eingeladen.

Der Computer hat sich zur Zufriedenheil aller bewährt.