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Beitrag zur Erstellung
von Bücher






Aufgrund der Veröffentlichung meiner Fotografien in der Presse, wurde ich öfters um Fotografien für Buchilustrationen gebeten. Auch fertigte ich mehrere Broschüren am PC an. Einige dieser Bücher befinden sich in meinem Besitz.







Von Begebenheiten in diesem Zusammenhang möchte ich berichten.

Anfang der 70er Jahre legte ich der Redaktion des Kriterionverlages in Bukarest Testfotografien vor. Ich wollte eine fotografische Bildbandserie über das Burzenland, den Unterwald, das Nösnerland, Reps u.a. erstellen. Sie sollten mit einem Geschichtstext in rumänischer, deutscher und ungarischer Sprache ergänzt werden.

Die vorgestellten Bilder wurden als gut befunden, doch die Zeit verging, ohne dass sich trotz meiner wiederholten Nachfragen etwas geschah. Begründung: „ Kein Papier für Fotodruck,“ oder „Die Genehmigungen für Neudrucke wäre noch nicht eingegangen.“ usw.



In der Zwischenzeit kontaktierte mich Redakteur Rolf Marmont und bat mich, für das Buch von Ernst Rothbächer „Heldsdorf; Monografie einer Burzenländer Gemeinde“ Fotografien zu erstellen. Das Buch lag seit Jahren in der Zensur und als letzte Hürde wurde bemängelt, dass die Rumänen nicht mit Fotografien vertreten waren.

Das Kennzeichen der verschiedenen ethnischen Gruppen ist ihre Volkstracht. Also brauchte ich Rumänen in Tracht. Da ich mich aber nicht erinnern konnte, Rumänen in den deutschen Dörfern in einer dorfspezifischen Tracht gesehen zu haben, da sie aus verschiedenen Landesteilen zugezogen waren, rief ich, um sicher zu gehen, den Kulturverantwortlichen für Heldsdorf beim Komitee für Kultur und sozialistische Erziehung an und bat ihn er solle mir behilflich sein, Rumänen in ihrer Heldsdörfer Ortstracht für die Dorfmonografie zu fotografieren.

„Iti bati joc de mine? Willst Du mich verspotten? Du weißt doch genau so wie ich, dass Heldsdorf ein deutsches Dorf ist und wir Rumänen erst 1946 zugezogen sind.“

Nun war mir klar, dass es auch andere wussten.

Über die "Karpatenrundschau" nahm ich Kontakt mit Lehrer Hans Franz in Heldsdorf auf, der es mir ermöglichte, 2 Rumäninnen in der Tracht ihrer Herkunftsorte zu fotografieren. Mit noch anderen Fotos von mir wurden sie im Buch aufgenommen und das Heimatbuch somit von der Zensur frei geeist .



Argescher und Braner Tracht

Ernst Rothbächer hat die Herausgabe seines Buches 1977, das sich über Jahre dahinzog, leider nicht mehr erlebt. Er verstarb 1974. Sein Buch ist die einzige Monografie eines sieb. sächsischen Dorfes, das in den Jahren der kommunistischen Diktatur in Rumänien gedruckt wurde.

Es war das erste und letzte mal in der kommunistischen Zeit das schwarz auf weiß zu sehen war, wann die rumänische Bevölkerung in ein sächsisches Dorf zugezogen ist.



Der Zuzug der Rumänen erfolgte Kurz nach der Deportation Januar 1945 der deutschen arbeitsfähigen Bevölkerung Rumäniens zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion und der Totalenteignung der Zurückgebliebenen deutschen Dorfbevölkerung.

Nach Kriegsende 1919 wurde Siebenbürgen Rumänien zugesprochen. Seit damals sind die rum. Geschichtsschreiber besonders bemüht, mit jeden Scherben die Erstbesiedlung, sowie die Kontinuität ihres Volkes auf siebenbürgischen Boden zu beweisen. Darum wurden andersaussagende Dokumente unter den Tisch gekehrt. In rumänischer Sprache war in der kommunistischen Zeit über Siedlerstruckturen nichts zu lesen. Es war eine nationalistische- kommunistische- Diktaturerpoche, an der noch künftige Generationen zu nagen haben.







Zurück zu meinem Fotobildbandprojekt.
Nach 2 Jahren kam es dann endlich zu einem Gespräch beim Kriterionverlag in Bukarest.

„Wer wird den Text zum Bildband schreiben?“ Wurde ich gefragt.
„Ein Historiker, der als Journalist bei der Karpatenrundschau arbeitet.“
„Der ist kein Literat“.
„Es geht mir nicht um Literatur, sondern um Veröffentlichung, Bekanntmachung durch Bildbände unserer sächsischen Präsenz und kulturellen Leistung. Wie heißt es doch: ein Bild sagt mehr als tausend Worte."
Lächeln und kopfschütteln war die Antwort.
„Herr Roth, das was Sie vorhaben, im Zusammenhang mit ihren Fotografien, in deutscher Sprache als Text beizufügen könnte man in ungarischer Sprache eventuell noch bringen. In rumänischer Sprache käme das nicht durch die Zensur. Oder wollen Sie auch unter die Geschichtsfälscher gehen? Haben Sie nicht die unlängst ausgestrahlte Fernsehsendung über Ihre Heimatstadt Kronstadt gesehen, in der die sächsischen Erbauer der Stadt als die Bürger aus dem Tal bezeichnet wurden, dies nur um unsere kulturhistorischen Leistungen zu vertuschen?“
„Gerade darum will ich diese Fotobände herausgeben“.
„Sie wissen nicht was sich h i e r tut. Wir haben k e i n e andere Wahl“.

Weitere Geschichtsfälschung zu begünstigen war gerade das Gegenteil was ich mit meiner Arbeit bewirken wollte. So habe ich mein Projekt schweren Herzens aufgegeben.



1981 erschien das Buch von Marie Luise Schuster



Es wurde vom Kulturkomitee Hermannstadts finanziert und den Kulturhäusern zur Verfügung gestellt. Bis heute ist es das einzige Buch über diese Brauchtumssparte.
Es ist die Bibel der Sb. Sächsischen Tanzgruppen.

Meine Illustrationen vom Figurenländler und sonstige Fotos wurden mir mit 6 Büchern honoriert. Leider ist das verwendete Papier für Fotografien in kleinem Format unbrauchbar.

Wer an den 22 Fotografien für seine Tanzgruppe interessiert ist, kann mit mir Kontakt aufnehmen. Die Negative sind vorhanden.



Ab 1982 habe ich nur sporadisch Fotografien veröffentlicht. Durch die Möglichkeiten die der PC mir bot habe ich mein kulturelles Schaffen schwerpunktmäßig verlagert.



1993 erstellte ich aus dem Vortrag von Herrn Dr. Wilhelm Bruckner am PC diese Broschüre;



ließ sie auf eigene Kosten drucken und brachte sie zum Selbstkostenpreis unter meine Landsleute.
(Siehe Vortragsreihe)



Es folgten weitere Broschüren und Layoutherstellungen im Zusammenhang mit Siebenbürgen.







1993 gelang es mir Herrn, Simon Schmidt, ehemals Korrespondent und Redakteur für Wirtschaft und Wissenschaft für deutschsprachige Zeitschriften in Rumänien, nach wiederholten Gesprächen zum Schreiben eines Buches zu bewegen. Von den zwei geplanten Büchern konnte er leider nur eins schreiben. Er ist wie viele seiner Kollegen, die im Blickpunkt der Öffentlichkeit standen, 1994 an Krebs gestorben.



Das Buch ist ein historische Betrachtung zu den Ereignissen in Rumänien zwischen 1940-1953 mit Bezug auf die Siebenbürger Sachsen.

Dem Todkranken versprach ich, das Layout seines Buches zu erstellen. Im Selbstverlag brachte seine Witwe Else Radler- Schmidt Zwei Ausgaben heraus, welche durch Mundfunk nach kurzer Zeit vergriffen waren. Sollten sich mehrere Interessenten finden, kann eine Neuauflage erfolgen.

Ich bewegte ihn zum Schreiben, da er ein Zeitzeuge mit großem Hintergrundwissen bezüglich dessen, was sich nach 1944 in Rumänien im Zusammenhang mit der deutschen Bevölkerung zugetragen hatte, war. In seinem Buch lässt er Menschen zu Wort kommen, über deren Tun und Handeln wenig bekannt ist, die oft als Überläufer zum kommunistischen Machthaber gekennzeichnet wurden.

Diese Menschen haben durch ihr Handeln dahin gewirkt, dass die deutsche Minderheit nach den vorangegangenen Repressalien die gleichen Rechte wie die des Mehrheitsvolkes wiedererlangen konnte.



Besonders interessant sind eine Tagebuchaufzeichnung und Aussagen von Zeitzeugen.





Es wäre noch von so mancher Begebenheit, im Zusammenhang, auch nur von den hier angeführten Publikationen zu berichten, doch das würde den Rahmen meiner Homepage sprengen.

Aus dem Bewusstsein heraus das es nötig war und ich die Möglichkeit hatte mein Schärflein dieser kulturellen Sparte beizutragen, habe ich ihr einige Zeit meines Lebens gewidmet.