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Muttertaggottesdienst






Muttertagsaustellung am 9. Mai 2004


Der Muttertag ist hierzulande kein offizieller kirchlicher Feiertag.
In der St. Andreaskirche in Augsburg ist es zur Tradition geworden,
dass wir Sachsen den Muttertag mit einem Gottesdienst gestalten.

In der Vorstandssitzung der Landsmannschaft übernahmen die einzelnen Gruppenleiter ihre Aufgabenbereiche.

Als ich mit Marianne zu Hause darüber sprach, fragte sie: „Was wäre wenn ich, so wie du beim Honterus - Gedenkgottesdienst, diesmal, eine Ausstellung mit Trachtenpuppen und alten Web- und Stickarbeiten organisiere? In Augsburg gibt es mehrere Frauen, die ihre Sachen gemeinsam mit mir ausstellen würden".

Was das wäre? Eine berechtigte Bereicherung des Muttertages. Damit ehren wir die Arbeit unserer Frauen, Mütter und Großmütter.

Bei der nächsten Vorstandssitzung habe ich ihren Vorschlag eingebracht.
Eine Dame aus dem Vorstand argumentierte, dass es kein Interesse geben würde weil die Frauen nach dem Gottesdienst gleich nach Hause laufen würden um das Mittagessen für die an diesem Tag vollständige Familie vorzubereiten.

Mariannes Vorschlag wurde nicht angenommen.

"Gut dan machen wir, anschließend an den Muttertagottesdienst, alleine eine solche Ausstellung, so wie ich die Ausstellungen Johannes Honterus und Auf den Spuren des Deutschen Ritterordens sie gemacht habe," war meine Antwort.

Marianne streckte ihre Fühler aus, sammelte nötige Informationen und besuchte Diejenigen die ausstellen würden.

Mit der Ausstellung wollten wir den Besuchern ein weiteres Beisammensein in nostalgischer Atmosphäre mit Kaffee und Kuchen nach dem Gottesdienst anbieten. Somit könnten wir auch eine wichtige Öffentlicharbeit leisten und unsere vielfältige sächsische Kultur öffentlich bekannt machen.

Zwecks Werbung erstellte ich ein Plakat welches ich 2 Wochen vor dem Muttertag bei der Kirche aushängen ließ.



In der Siebenbürgischen Zeitung wurde auch auf die Ausstellung hingewiesen.

In der Woche vor dem Muttertag hat Marianne das Ausstellungsmaterial nach Hause gebracht und am PC die Beschriftungen erstellt.

Sonntag um 8 Uhr waren wir mit Sack und Pack im Gemeindesaal.



Marianne hatte zu diesem Ereignis ihre Tracht aus unseren geerbten Familienstücken zusammengestellt.

Frau Erna Szilagyi legte Hand an, damit auch alles richtig saß.



Die Ausstellung wurde aufgebaut. Dabei kam mir das Gedicht: "Siebenbürgische Bauernstickerei" von Trude Gärtner-Nussbächer in den Sinn.




Mit Händen braun und rau wie Wurzelstrunk
Führt sie die Nadel und den Faden.
Uraltes Muster lebt aus der Erinnerung
Und unter ihren alten Händen wird es wieder jung.




Die Hirsche wandeln steif auf hohen Beinen
Geweih verästelt sich in kleinen Treppen
Schwarz oder rot, steht es auf mattem Leinen
Und fingergroße Frau’n ziehn ihre Schleppen.




Von Nelken, Enzian und von Winden,
von Truthahn, Pfau und anderem Getier,
kannst Bild und Spur du finden.




Auf schwerem Ross erhebt ein Reiter sein Panier.
So lebt vom Alltag bis zum seltenen Ereignis
In dieser Arbeit rauer Frauenhände
Des Stammes Wirken als ein Gleichnis.




Und mit dem einzelnen geht’s nicht zu Ende,
denn wenn die alte Frauenhand erstarrt,
so nimmt die junge auf den Faden




und längst Verklungenes wird wieder Gegenwart
im aneinander reihen vieler Nahten.




Und wieder schreiten Hirsch und Pfau
Und wieder ranken Blumen auf dem Leinen
Und wieder klingt im stillen Tun der Frau
Des Stammes Leben auf in stummen Reimen.




















Die Ausstellung steht. Wird sie auch besucht und angenommen werden?

Marianne war sehr aufgeregt.





Und die Kirchgänger kamen



und kamen.



Alle Stühle aus den Gemeindesaal mussten zusätzlich in die überfüllte Kirche gebracht werden.



Dennoch reichten die nun über 400 Sitzplätze nicht aus.



Ortspfarrer Wolfgang Küffer begrüßte herzlich die Anwesenden und hielt die Liturgie.



Unsere Kindertanzgruppe unter der Leitung von Rosemarie Schwarz sagte Dankgedichte an die Mutter in Hochdeutsch und der kleine Martini in sächsischer Mundart, auf.
Drei Mädchen spielten Blockflöte.



Der sächsische Pfarrer, Magister Mathias Sieger, aus Reutte/Tirol hielt die Predigt, die gut auf den Muttertag abgestimmt war.













Unser Siebenbürgerchor sang das Lied in sächsischer Mundart: "Motterharz tea Edelstien" sowie in Hochdeutsch „Wenn du noch eine Mutter hast so danke Gott und sei zufrieden“ und das "Danklied".



Mit "Unsern Ausgang segne Gott" endete der Gottesdienst



Draußen wartete eine Gruppe, die jeder Frau eine rote Rose schenkte.







Neu kam dieses Jahr nach dem Muttertaggottesdienst die Tanzeinlage unserer Kindertanzgruppe dazu, die von den Anwesenden gut aufgenommen wurde. Leider hatten wir nicht das laute Glockenleuten in Betracht gezogen.











Danach folgte der Sturm in die Ausstellung,























während einige es vorzogen draußen noch ein Schwätzchen zu tun
bis der erste Ansturm sich gelegt hatte.







Marianne empfängt Gratulationen.























Draußen wird für die kommenden Feste die Kindertanzgruppe angeworben.



Jeder Anfang hat auch ein Ende. Die wertvollen Exponate wurden nachdem der letzte Besucher gegangen nach Hause mitgenommen.



Wir stellten fest das der Muttertaggottesdienst und die Ausstellung noch tagelang in unseren Herzen schwingte.



Nach diesem guten Anfang wurde Mariannes Muttertagausstellung vom Vorstand der Kreisgruppe Augsburg als private Ausstellung der Familie Roth gehandhabt, zu der viele Siebenbürger beitragen.

Der Handarbeitskreis der Kreisgruppe hat seit 2005 bei allen von Mariannes organisierten Ausstellungen beigetragen.