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Tourismus







Tourisms 1967

1967 übernahm Marianne als Saison Mitarbeiterin des Tourismusverbandes ONT (Oficiul National de Turism) die Betreuung der DDR Jugendtouristengruppen in der Poiana Brasov. Zu deutsch Schulerau. Ein Bergplateau nahe von Kronstadt auf 1.000m Höhe an das ein Berggipfel von etwas unter 2.000 m grenzt.

Es war unsere Heimat, die wir gut kannten und diesen Jugendlichen aus eigener Initiative näher brachten.

Der Besitz von Wanderkarten (1: 50.000) mit Höhenlinien war in Rumänien verboten. Nur Skizzen und Wegbeschreibungen in rumänischer Sprache der Gebirge waren sporadisch im Verkauf. So stellten wir einen Plan zusammen, wie und was man von der Schulerau aus erreichen kann.





Als erstes führte Marianne ihre 2 Gruppen (60 Jugendliche die 2 Wochen Poiana Brasov gebucht hatten) zu Fuß auf den Schuller.

Dabei konnte jeder erfahren wie weit seine Kräfte reichten. Danach folgten Wanderungen: zu Fuß hinunter in die Stadt mit Stadtbesichtigung,



Schulerau - Rosenau mit Höhle und Burg waren in ihrem Programm.

An einem anderen Tag wanderte sie über den Leiterweg auf den Hohenstein. Zu den Kirchenburgen Tartlau und Honigberg fuhr sie die Interessenten mit den Linienbussen.

Wer mehr wollte, den verfrachteten wir in den Zug nach Schäßburg oder Hermannstadt. Ich holte sie dann in der Nacht vom Bahnhof ab. Sie übernachteten bei mir in unserer 18 qm Wohnung auf Luftmatratzen und am nächsten Morgens ging es zurück in die Schulerau.

Nachtwanderung zur Milchsteinhöhle übernahm ich. Diejenigen die auf den Omul wollten rüsteten wir mit dem Nötigen aus.

Und dann kam der furchtbare Tag.
Im Programm stand Hohenstein.

Marianne war am Vorabend nach Hause gekommen um die Schuhe zu wechseln. In der Früh stiegen die Unternehmungslustigen in den Linienbus um nach Kronstadt herunter zu kommen. Dieser war mehr als überfüllt, da an diesem Vormittag die Landstraße Schulerau Kronstadt wegen des Besuches vom Österreichischen Ministerpräsidenten Kirchschläger gesperrt werden sollte.

Auf der Warte versagten die Bremsen und der Bus raste über die Aussichtswarte und kippte um. Eine Tote, 18 Verletzte.

Maßnahme der Obrigkeit: Marianne musste den Dienst verlassen. Vom Reiseleiter organisierte Kurzreisen durften nur noch mit ONT Bussen gemacht werden, welche aber für DDR Touristen nicht bezahlbar waren. Ihr Umtauschlimit war zu klein.

Wir wollten vor Gericht gehen, war sie doch nicht für einen Verkehrsunfall schuldig zu sprechen bei dem sie nicht einmal dabei war.

Unter vier Augen wurde ihr gesagt dass es ihnen bekannt ist, das noch kein Reiseleiter so viel mit den DDR Jugendtouristen unternommen hat was sie zu schätzen wissen, aber gezwungen sind eine drastische Maßnahme vorzuweisen.

"Wünschen sie einen politischen Prozess ? Oder wollen sie bis zum nächsten Jahr warten, bis etwas Gras darüber gewachsen ist, wir rufen sie dann wieder", was dann auch tatsächlich geschah.

Die Reiseleiter die nach Marianne die Gruppen übernahmen waren meist Personen die Deutsch als Fremdsprache gelernt hatten und nicht aus der Umgebung von Kronstadt waren. Sie kamen meist aus Bukarest und freuten sich in der Schulerau einen schönen gemütlichen Urlaub zu verbringen. Sie mussten die Verpflegung und Unterkunft der Touristen betreuen und über den 20. Kommunistischen Parteitag Rumäniens Bescheid wissen. Das war alles was man von ihnen verlangte.

Wir bekamen Briefe: es kommen Freunde, Kollegen, bitte nehmt euch ihrer an!!!!

Und wir nahmen uns ihrer inoffiziell an.

Wir rüsteten sie weiter mit kulturellen Informationen, Wegbeschreibungen von Wanderwegen und Sehenswürdigkeiten aus.








Sonntags machte ich Bergführungen.
Marianne nur noch Stadtführungen, da sie inzwischen schwanger war.

Anbei einige Blätter aus einem Fotoalbum das uns verehrt wurde.















Kammwanderung auf dem Königstein













Einer Gruppe von 30 Personen mit denen ich die Westwand am Königstein gemacht habe, gab ich meine Adresse beim Verabschieden nicht. Ich wollte anonym bleiben.



Nach einem Monat erreichte mich dieser Brief auf dem mein Name, Brasov Rumänien, eine Fotografie von mir und Straße unbekannt! steht.
Natürlich haben wir den Kontakt aufgenommen und bis heute weiter gehalten.