Sie sind der
GOWEBCounter by INLINE Besucher



Siebentes Siebenbürger Mundartdichtertreffen.

Gedichte und Texte in
Sieb. Sächsischer Mundart

Die Autoren

Presseecho 1

Presseecho 2





Mit der hier eingefügten Broschüre die wir: Fam. Kessler und ich, aus den zur Veröffentlichung eingesandten Texten der Mundartautoren erstellt haben, möchte ich den interessierten Besucher meiner Homepage einen Einblick in die siebenbürgisch sächsische Mundart und Dichtung sowie was diese Menschen 1994 bewegte, ermöglichen.

Zwei Jahre später beim 8. Mundartdichtertreffen spürte man wie sich die Autoren hierzulande eingelebt und aus der Nostalgie ins Positive befreit hatten. Interessant ist die Vielfalt und doch Gesamtähnlichkeit der Sprache. Eine Ausnahme macht die Prosa von Pater Josef Ilk in der Sprache der Zipser die in der Maramuresch leben. Ein besonderes Beispiel ist der Text von Herrn Lex Roth aus Luxemburg in Letzenburgisch welches mit dem Siebenbürgisch-sächsischen am meisten verwandt ist.



Nun eine Kostprobe der siebenbürgischen sächsischen Mundart in der viele Leser Worte ihrer Mundart wiederfinden werden.








Auszüge aus der Broschüre :

Zu dieser Broschüre
Auf Anregung von Frau Fabritius Dancu habe ich die kulturelle Veranstaltung des Zweiten Siebenbürger Mundartdichtertreffens in Zeiden 1979 auf Dia und Ton festgehalten. Seitdem, obwohl ich als Stadtkind nicht die Mundart spreche, fühle ich mich mit dieser Veranstaltung eng verbunden. Als dann das Schicksal einen der aktiven Autoren Herrn Oswald Kessler mit Frau in die Nähe von Augsburg verschlug machte ich ihm den Vorschlag, daß wir gemeinsam das "Siebente Siebenbürger Mundartdichtertreffen" in Augsburg veranstalten sollten. Der Stein kam ins rollen. Viele Menschen haben zum Gelingen beigetragen.

Die hier mit freundlicher Genehmigung der Autoren im Selbstverlag abgedruckten Texte widerspiegeln was diese Menschen bewegt.

Möge dieses Mundartdichtertreffen in Augsburg ein kleiner Beitrag zur weiteren Pflege einer deutschen Mundart sein die von über einer viertel Million Menschen gesprochen wird.

Ich danke allen für ihre Mitarbeit, besonders Familie Kessler
September 1994, Augsburg

Wilhelm Roth


Wat mir schreiwen
Texte in siebenbürgischer Mundart

Derhim

Mer woren Kängd
Mer woren klin
As Motter zuch...
und mir? elin...
Wat turft säi sohn?
Wor wull säi gohn?
Nor asem Härrgott kangt se klohn.

Ken Rußland verschafft
zem Hanger, zer Niut
zesummengerafft
zer Arbet - zem Diud.
Mer bliwen elin
mer bliwen zeräck
Et ackerten andern as Wangertstäck.

Se nummen net nor Feld, Wisen uch Bäsch,
se kummen
ent nummen Gedär, Stähl uch Däsch.
Se schimpften, se schlajen, geplustert wä Krohn
geschangdäner Sachs, kangst tea dat verstohn?


Ech frojen dech, Fremder, "äs Himet esi?"
Äs Himet fir't Härz net e biske mih?...
Derhim äs et himesch
derhim äs et feng
Wä dankber ech bän - HÄI himesch ze seng.

Edda Brandstetter



Mir wulen detsch uch bleiwen


Äm Siwenendochzijer äm Moa
durften mir uch euswundern
eus der older Himet än dau noa,
esi wau uch vil undern.

Mir hun verzicht af Heus uch Hof,
af alles wat mir haden,
wel et nichen undern Euswiach gof,
dio kum em nor ze Schaden.

Zwio Dichter leten mir zeräck
mät ären Mun uch Kängden,
nor meng Mun uch ech haden Gläck
ewech ze kunn fiur ängden.

Mir sen äm Luajer long gewest,
bäs mir en Wunnung fundten,
fuif Menet wor uch net det best
dio angder Eabekunten.

Mir woren awer draf gefat,
wat af es zea wet kunn.
Vilet, hot enem net gepaßt,
haldiest zerbroch em drun.

Dau irscht zwei Gior mochten es Mau,
awer se sen vergongen.
Drio woren aus Kängd allen hau,
mir hun fräsch ungefongen.

Üm Schwarzwald sen mir nea derhim,
haur leten mir es neder.
Et hun sich doch erfällt aus Drim,
mir sen zesummen weder.

Cha, auser Herrgott steangt es bau,
mir hun et iwerwangden.
Äm dunken mir, dat mir nea hau
de zweit Himet hun fangden.

Esi ergeng et net nor aus,
näi, ausen Legden allen.
Et äs haur nemest kun zem Spauß
oder sich ze verstallen.

Em hot et fiur de Kängd gedion,
am se ereus ze hiulen.
Af den Geminen moßt em angdergion,
et woren nichemi detsch Schiulen.

Ast undert haut es villecht net
eus der Himet kennen verdreiwen,
awer fiur aus zohlt nor noch det:
mir wulen detsch uch bleiwen.

Katharina Ehrmann



Dennich

De Männer zugen nor ist dervun,
se zugen än de Kräch.
Se soden, se weden es gären hun
ent himen kemen se glech.

Se kemen, sibald der Kräch ze Ondj
za Motter, Frä uch Kängd.
Mät Zehren drackten se as de Hondj -
geried wor't än de Wängd.

Denn himen seng esi wenich kun,
är seng vermäßt, är dit.
Ür hun än der Fremd en Frä genun,
dä sä vun der Himet schid.

Wem selle mer as Bekridnes klon?
Wih hirt as gären za?
Det Liewen wid dennich wekter gohn,
esi vill wässen mer na.

Hilda Femmig




Zem "Dichtertrefen" än...Detschland...

Allent watt det sachsesch Härz bedräft
uch as munchesmol net schlofe lett...
Gist uch Sil beschefticht uch begläckt...
sächer jeder et beschreiwe wett...

Bleift det Sachsesch wegter noch erhalden?
(Un de Kängden widt de Zakonft hen...)
Rieden uch erziehle sell'n mir "Alden"
Gohn - mät Gott - er naer Zegt entken!

Maria Gierlich - Gräf




" ECH GENG IWER'N BRÄCK"...
En jeid Nuoicht gion ech zeräck.


Wio ständ nuar as Hais?
Af dem Acker dertais?
Bam woulden Birebeim,
wiohär ich Wasser neim?
Um kaulden Bäsch, ellaun,
gienzt asem Hattertstaun?
Uiwen am geilen Reich?
Diozei geng nechen Weich
"ECH GENG IWER'N BRÜCK"...
En jeid Nuoicht gion ech zeräck...

Ernst Gyöngyösi



Durch den Hool

De Wärelt
aus er Faust
en ofän Versäckung:
Ageschätzt äm Rehn
nemi ägequätscht
än der Sann
awer gebländt
seken ich en Auswiech
än dem
zerbrochänen Geräst
vun Tradition
uch Gedijenhit.
Nackt
trieden ich neder
Wand äm Wand,
ich tampeln än det Abekant.
Gad Schajen
uch
en bitzi Mat
uch fir det Temperament
en Rat
si greifen ech
virsichtig
durch den Hool
bäs än de Sann.
Sen meng Fänger
noch ganz,
schreiwen ich neder:
Et git en Wiech.

Doris Hutter




Traam und Wahrheit (Frauenschicksal)


Schwer war mein Lebn in meini jungn Jahrn. Jung hab ich gheirat, aber mein Mann hat sich sehr schlecht aufgfiert. Trunkn hat er und war er grob. Tas hat mein Lebn pitter gmacht. So weit ist kummen, taß hab ich mich missn zertaln. Wie tas Kind af ti Welt kummen is, hat ßes schunt ka Vater ghabt. Ti Mama war auch schunt gstorbn. Ka Maulvoll Essn hab ich vielmol ghabt. Arbeitn hat mich ka Mensch gruft, ter Tata hat ka Pension ghabt, in Dienst war ich nirgends. A Jahr lang hab ich außer Fisoln ka anderes Essn gsegn, ßo taß hab ich mir tamlst vorgnummen, niemolst mehr in Lebn Fisoln zun essn.

Zun mein Elend is noch zukummen, taß hab ich mich angfangt zun verfeindign mit unser Herrgott. "Wie is tas", hab ich gsagt, äanderi kimmernt ßich nit mit Gott, peetnt nit, gehnt nit in die Kirchn und hamt toch alles. Und ich, welchi af Gott vertrau und leb nachn Glaubn, hab ka Stickl Prot!" Hab ich aufghert zun peetn und in die Kirchn zun gehn. So is mein Lebn noch pitterer worn.

A paar Täg speter hab ich mir vorgnummen, ich wer mich aufhänkn. Vun Tod hab ich nit Angstn ghabt, vun der Straf Gottes schunt gar nit, und was wed wern mitn Kind, is mich auch nit angangen. Sollnt mich ti Leit nit paredn, taß pin ich nachlässig, hab ich tas Wicklkind scheen sauber anzogn, hab ich a Flaschl mit pittern Tee hineinglegt nebn Kind in Kinderwagl, hab ich mein Teierstes af ter Welt zun mein Herz truckt und papupßt, und mit a Strick in der Hand pin ich zun Stall gangen, soll ich mich aufpintn.

Wie hab ich ti Stalltier aufgmacht und hab ich wolln in Strick traufpintn af ti Grinda (Querbalken), hab ich gspiert, taß a unsichtbari Hand terwischt mich pan Puckl und gibt mir a Stoß. Tieser Stoß war so hart, taß pin ich traufgfalln afn Kinderwagn. Schau ich mich um, aber gsegn hab ich ka Menschen. In ßelbn Augnblick is mir aber ti todi Mama eingfalln. Sowie hätt ßes ter liebi Gott gschickt, soll sie mich vun tiesn schändlichen Tod rettn. Mitn Strickl in der Hand hab ich angfangt zun studiern: "Pin ich verruckt worn? Meini Mama is ja pliebn mit vier Kinder, wie ter Vater is weg in Krieg. Sie hat auch nichts ghabt in Zimmer. Bloßn Tockan (Maismehlbrai) hamt gessn. Soll ter Tockan pesser hinunterrutschn, hamt ihm eintunkt in Essig. Vier Jahr is tas so gangen. Und ti Mama hat sich erscht nit gnummen tas Lebn. Ich soll mich aufhänkn wegn ten anen Kind?" Hab ich mich a bißl trest und beruhigt.

Af ter Nacht pin ich tief eingschlafen. Af amol errscheint mir in Traam ti Mama.Turchn Fenster hab ich ßes gsegn, wie sie a zornigi am Gang hin und her spaziert. Wie war sie iberzeigt, taß sig ich ßes, hot sie mich mitn ghobenen Finger sehr schiech (zornig) pamustert:

"Wrum peetst nit!"
"Wrum kummts mich schrekn pan der Nacht", hab ich zuruckgschriern, "hab ich Eng nit gsagt vorn Sterbn, sollts nit kummen schächn!"
Nachten is sie verkummen. Ich pin aber so stark ter- schrockn, taß pin ich munter worn. Ti zwei abgarbeitn Händ, mit welchi hab ich mir wollen tas Lebn nehmen, hab ich zamglegt und hab ich angfangt zun peetn a Vaterunser. Wäretn Peetn pin ich eingschlafn.

Af amol spier ich, taß streichlt mich a kalti Hand und heer ich ter Mama ihri Stimm: "Tasule" (Anastasia), so hat mich die Mama gheißn, äis mir sehr laad nach teiner, wie soll ich tir helfn?"

In der Fruh pin ich munter worn und hab ich mich gfreit, taß pin ich am Lebn. Wie hab ich mein teieres Kind patruckt, klopft awer af der Tier. Mach ich auf und sieg ich a Weib: "Stasi (Anastasia), pin ich tir kummen sagn, taß vun moring an kannst kummen in Dienst. Af Ordnung mußt sorgn in zwei Barakn fer Waldarbeitern."

Ter Schießer Stefi Batschi war mein Schef und ihm pin ich a Leben lang dankbar, taß hat er mein Lebn grett und war er gut zun mir. Hab ich ihm gwunschn, soll ihm ter liebi Gott helfn, wuhin wed er nor trettn.

Schwern kann ich, tas is richtig wahr, wal tas pin ich selber passiert.

Anastasia Frank (58), Arbeiterin im Sägewerk Aufnahme:
Oberwischau, 1988

Anton - Joseph Ilk




Himwih?
Gedunken enes Eossiedlers eos Reps


Siel ech villecht doch Himwih hun
nui asem Reps diu anj um Rech?
Wäi garen dinken ech noch drun,
mehr kum ich längst diuhar ewech.

Noch bläckt de Burch än't Tol erof,
doch undersch sähn de Gassen eos,
nor Fremde senj af jedem Hof,
verändert hot sich Heos fuer Heos.

Zwiur striewt der Turn noch af zer Hih,
de Gloke klanjen noch wäi ist,
doch foljt dem Klang schäir nemest mih,
däi hiesch, alt Kirich äs verwist.

Wäi undersch was dat froaer doch,
vol Liewen was de gunz Gemin,
dea bloaht det saksesch Hundwerk noch,
as Kuflotj wiuren häi derhim.

Um Fredich traf em af dem Mort
gewähnlich mih Bekunten un,
em hatt jo nor af det gewohrt
und fäing sich ze berieden un.

Uch wonn em af de Fritef kum,
begehnten enem änjde Lotj,
fäing irscht de Anjderhaldung un,
erfeahr em glech det Nahst vun hotj.

Räpes was em net ellin,
em hatt fenj Neber, hatt geat Franjd;
et gaf jo uch däi vill Verin,
wiu jeder Mätgläd warde kanjt.

De Fraen eos dem Fraeverin
däi wiuren tetich, resten net
em schetzt se gohr än der Gemin
und wiu em kanjt, diu häilf em mät.

Se äiwten Theaterstacker än,
se nume sich der Schwachen un,
ä Kirch uch Schuil kanjt em se sähn,
diu dreajen ärir Hälf se un.

Det Musizieren macht vill Spaß,
em sung äm Chor spillt äm Orchester,
de Bliusmusik gäing durch de Gass,
em feiert oft uch garen Fester.

Wäi lastich was de Fosendich!
Wäi hiesch was det Grigorifest!
Bäm Blasi anjderhäilt em sich,
et gaw ä Reps fuer jeden äst.

Und wonn ich un det alles dinken,
kent mich det Himwih iwerkun,
ech moaß mich riecht vun Harze krinken
am dat, wot mir verlueren hun.

Doch wäll ich net eandunkber senj,
häi hun ech nah Himet fanjden,
und mät der alden bän ech änj
durch menj Gedunken fest verbanjden. BR>
Hedwig Kellner




Fuert zem Härmestädter Trefen


Det "Lund vol Lächt" verlossen.
Durch de dankel Nuecht,
dai et noch git,
der Sann uch der Fuertrichtung,
än dai em laiwer fiert, entken;
af imol än der Vergongenhiet afwachen,
gewakt vum hällen Glokeklang
iwer den oolden Deejern.
Vol Erwuerdung
mochen ech mich af den Wiech
zem Huetplatz.
Den villen Mänschen,
dai mer esi long gefehlt
mengen africhtijen Dunk,
well se as de Hiemet hun erholden,
dai noch lieft und blaiht, wai ängden;
är Kirchenburgen rofen mich
ech foljen ärem Rof
ech fahlen dät ich liewen
für Ugebläcker
bän ich weder derhiem.

Elisabeth Kessler




Hiemet, anger gewässen Amständen

Hiemet
kun für mech
angder gewässen Amständen
sihr wenijet sen;
besser gesoht, ersazen.
Zem Baispäll, en Feldwiech,
oder en Bum um Feldwiech,
oder en Wisenrund.
De ienzich Bedaingung äs dai,
em soll ameränk nichen Autobahn hieren.
Wun dot net meglich äs,
dro kun Hiemet noch en Lied sen,
oder en Gedicht, und
siel ich angder desen Amständen
uch dai vergeßen hun,
bleiwst letzten Oindes
noch Ta!

Oswald Kessler
Gersthofen 1993




Heimetgedunken als Gastv

Än aser Hiemet sen Lecher uch Läcken. Sengd Johren bewicht etsich eng deankler uch drawer än dese Rätzen.
Rieden gohn en uch ous.
Ous villen Rieden bleiwen ech mät Ousrieden.
Wun em derhiem Hiemwih bekit, dro wieß em net, wo em derhiem äs, wo em derhiem kennt sen.
Äs em nemmel än der Hoffnung mih derhiem?
Ech wunnen zwäschen villen Frogen; vis-a-vis vun Bedouren.
Det Waram aser Zegt zersplittert sich än tousend Frogen.
Wor et der Kräch?
Wor et di Licht?
Wor und äs et dot Gad?
Awer gof ient dem undern de Hund uch de Foß?
Der Hans ducht, der Misch werd zahn - wott soll hi ohnen den Misch?
Der Misch ducht, der Hans werd zahn - wot soll hi ohnen den Hans?
Und esi äs die ien mih am den undern gezijen wai am sech sälwest.
Der Gedunken iwer den Nober äs nerer wä de Oussicht iweren schwach Wirtschaft.
As Virgesatzten hun weder de Froad uch Froahiet, Bräf ze schreiwen.
Ous dem Xerox gewannen se de Ururinkeln des Gäldanen Froabrafs -se wallen ous dem olden Guld wenigstens noch ewenich Salwer erousschlon.
Se spannen en Bräck - zwäschen zeräck uch ewenich viren.
As Geschicht soll net glat enzt verrosten. Mir sellen es net nor mät der Vergongenhiet ägressen.
Uch dertif sen Stämmen, da es weder af de Feß wallen ställen.
Asem Starwen kit en Fräschgeburt entken.
Dat ha weder gebiren wid, zoppert sich uch de Nummer. Derhim bän ich net derhiem; awer am dot zahn ich net dervun.

Uch ech stohn vir em fräschen Ufong.
No 850 Johren hun ich mer weder virgenun, als Gast en desem Lund ze liewen.
Ech wäll bleiwen, wot ich wor.
Als Gast en desem Lund bän ich nimmi trourich, wunn ich nor wenich Sachsen begenen. Saindern wunn ich ald en Sachsen sahn, dro froan ich mich iwern wai iwern old Bijeleisen, dot trotz Stuf uch Späwaten en gadem Zeastund äs.
Ech gohn erammer wa en em Museum; villet loat reach uch stall, -nor aldiest segd em emesten, die en wefel Branestel ewechhat.
No 850 Johren sen de Lekt ha weder gastfrendlich. Menen Kängden zeläw verzichten de Bloch siguer af änir Schil. Se lihren detsch, dat meng Kängd net än de blesch Schil messen.
Als Gast meß ich mich net plojen abedoint uch mät Gewolt en Siweberjer Sachs ze sen.
Als Gast schreiwen ich mer nichen Kochrezept.
Als Gast bän ich af deser Ierd derhiem.

Wilhelm Meitert




Nodinklich


"Klenet waldet Vijjelchen -
in inzich Froch,
wonn't der gefeallt:
Wä lang klanjt noch,
menj Mottersproch
än deser Wealt?"

"Ech weall der't soen -
kam hir mer zea,
nor, wat ech wiß,
waßt längst uch tea:

Esi lang me Lied äm Bäsch erklanjt
der Wänjd iwwer de Fieldere sanjt;
esi lang noch Wasser
vu Rejere fleßt,
dä de Sann erwärmt,
der Reen begeßt -

Esi lang et noch e wald Vijjelche git,
daot vun easem Härrn senjen Odem bekit;
esi lang klanjt noch
ä menjem Lied,
wonn der Moon iwer der Himet stiht -

Denj Mottersproch..."

Paul Rampelt




Mir welle bleiwe wat mir sin

Dee Saz steet a kengem Wopen; hien as och a kengem Dokument aus eiser Geschicht geholl... ower hien as a jidfer Gemitt a ganz apaart am Häerz vun all Letzebuerger.

Fir desse Saz richteg ze verstoen, do soll e wesssen, vu wiem, firwat a weini hie geschriwen a gesong gin as. Nodeem Letzebuerg joerhonnertelaang vu Friemen iweall, gepengegt, ausgeplennert a verhondst gi war, guf aus dem Duche vum "Ancien Regime" e "Grand -Duche", deem säi Grand - Duc an engems och Kinnek vun Holland war... oder emgedreint. Desen neie Grand - Duche guf ower vun sengem eischte Grand - Duc, dem Wellem I. vun Qranien - Nassau, geint de Senn an de Geescht vum Wiener Kongress (1815) als 18. Provenz vun sengem Kinnekräich behandelt, an dat nach dobäi mat enger preisescher Garnisoun an der Festung, a mat enger Verwaltung, an deer kee Letzebuerger war, mä Leit aus Hessen, dei et just fäerdegbruecht hun, sech verhaasst ze maachen.

Et kann ee sech also liicht denken, wei frou d Letzebuerger waren, wei si, nom Traite vu London (1839) hirt Ländchen endlech selwer feieren an opbaue konnten. Ee vun deenen eischten an neie Letzebuerger Beamte, war de Michel Lentz, an hie war et och, deen houfreg dat eischt Letzebuerger National - Lidd geschriwen huet, wei mir I859 eis eischt Eisebunn, de "Feierwon", kritt hun; de Refrain vun deem Lidd war;

"Kommt Dir aus Frankräich, Befgie, Preisen,
mir wellen iech ons Heemecht weisen;
frot Dir no alle Säiten hin:
Mir welle bleiwe wat mir sin!"

Dest Lidd as, vrun allem mat sengem Refrain wei e Feier duerch d Land gelaf... an dat as ni mei ausgaang! Wei eist Land l867, 1914 an 1940 / 45 a Gefor war, erem vu mei Groussen, apaart die zwou leschte Keiere vun de "Preise" gefriess ze gin, do krut dee Refrain natiirlech mei eng agressiv Bedeitung, an et guf anescht gesongen

"...mir weile jo keng Preise gin!"

Dat ka jidferee verstoen, deen d Letzebuerger an hir Geschicht kennt. Si wellen a Friddern a Frendschtaft liewen, ower arr hirer Heemecht meeschter bleiwen, mat hire Gewunnechten, hirer Kultur, hirer Sprooch... ower och zesumme mat hiren europäesche Partner deenen si als eent vun de Grenner-Länner d Hand 1953 gereecht hun, fir een Europa ze bauen, an deem mir all zesumme kenne liewen a ... bleiwe wat mir sin!

Luxemburg 26 August 1994

Lex Roth