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Materialien für
eine Dia-Tonmontagen





Das nötige Material zur Erstellung
einer Dia-Tonmontage


3 ORWO (DDR) Diafilme 3x 45 Lei(€) total 135 Lei(€).
Filmentwicklung 3 x 25 Lei(€) total 210 Lei(€).
Ein Agfa Filme kostete ohne Entwicklung 70 Lei(€). (Unerschwinglich)
Zum entwickeln musste man ihn jemandem nach Deutschland mitgeben.

Nach dem Fotografieren kam das Entwickeln der Filme.
Was andere können kann ich auch! Ich kaufte eine Endwicklerdose (80 L(€).) und zusätzlich Korexbänder. Danach baute ich mir eine Entwicklerdose aus einem PVC Abflussrohr, in der ich 6 Filme auf einmal entwickeln konnte. Der ORWO Diaentwicklersatz für 6 Filme kostete 40 Lei.

Problematisch war, dass die Temperatur des Farbentwickler 22 + - 0,2 Grad haben musste. Den Präzisionsthermometer dazu hatte mir eine Bekannte aus der DDR geschenkt. Somit konnte ich auch die Filme anderer Interessenten entwickeln und meine Ausgaben etwas reduzieren.

Nach der Entwicklung folgte die Rahmung.
Ein Glasdiarahmen kostete 1 Lei(€).
Also waren ungefähr 100 Lei(€) fällig
Zwei Diamagazin 120 Lei(€).

Tonbearbeitung.

Zwei Kassetten 2 x 80 Lei(€). = 160 Lei(€).
Ein ORWO Tonband 120 Lei(€).
Ein AGFA Tonband 300Lei(€)

Mit 3,5 Monatseinkommen war ich dabei. Denkste. Nein es waren die ganzen Ersparnisse der Familie, die ich von 1979 bis 1982 zur Erstellung dieser Zeitdokumente einsetzte.

Marianne verstand mich. Ich bin ihr auch heute noch dankbar. Wir sind aus dem selben Holz geschnitten.

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Mein Arbeitsaufwand zur Erstellung einer Dia- Tonmontage betrug einen Monat.



Damit ich meine Dia-Tonsätze vorführen konnte, baute ich einen Verstärker mit Transistoren.

Am Tonbandgerät hatte ich auf einer Spur die Tonkolone zusammengestellt auf der anderen Spur die Signale zum Diawechsel.

Mit einem Kopfhörer hörte ich diese Spur ab und beim Ertönen des Wortes "Top" betätigte ich die manuelle Überblendung mittels eines Doppelkammes, indem ich ein Objektiv abdeckte während das andere aufgedeckt wurde. Danach führte ich per Hand den Diawechsel im abgeblendeten Projektor durch.

In meiner Freizeit zog ich, mit einem Einkaufwagen, meinen selber gebastelten Projektor hinter mir, quer durchs Land. Im Rucksack hatte ich die Lautsprecher, in der Einkaufstasche das Kassettenabspielgerät, die Dias und den Verstärker.



Die Kulturhäuser hatten in ihrem Etat die Bezahlung von Fahrkosten und 50 Lei(€) für Unkosten zur Verfügung. (Preis eines ORWO (DDR) Diafilmes ohne Entwicklung) Manchmal ging auch ein Hut durch dir Reihen.

Im meinem Herzen? Freude über die große Besucheranzahl im Rahmen der Volksuniversitäten.

Bald hatte ich mir einen Namen in der von der FIAP zur Kunstgattung erklärten Fotografie durch Präsentation und Auszeichnungen bei mehreren Landeswettbewerben sowie den vielen öffentlichen Vorführungen gemacht.

Es freute mich besonders zu sehen, dass es mir gelungen war, das Innerste der Anwesenden zum Vibrieren zu bringen.

Und noch etwas saß in meinem Herzen, die Angst, dass wegen meiner kulturell politischen Gratwanderung, meine Familie, eines Tages umsonst auf mich warten würde. Mehrere Personen hatten mir im Vertrauen mitgeteilt, vom Staatssicherheitsdienst auf mich angesetzt worden zu sein.

Und dennoch bin ich meinen Weg weiter gegangen. Über 10.000 Zuschauer haben im Laufe von 3 Jahren bis zu meiner Ausreise Frühjahr 1982 meinen Dia-Tonprojektionen beigewohnt.



Nicht nur der materielle Aufwand war für mich horrend, es benötigte eine Menge Wissen, Erfahrungen und Lehrgeld dazu bis eine preisgekrönte Dia-Tonmontage stand.

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